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»Die Materie ist nicht sobald breyartig und gleichförmig zusammen geschmolzen,als man aus der ganzen Masse der Salze geschwefeltes Wasserstoffgas sich entbinden siehet,welches mit einer Art von sehr merklichem Knallen aus dem Körper des Teigs aufsteigt,sich auf der Oberfläche in dem Luftzug mit Lebhaftigkeit entzündet, und den Anscheineines Kunstfeuerwerks darbietet-
»Diese angenehme Erscheinung ist mit Aufbrausen und Aufkochen verbunden: nunmuß nnk allen Kräften umgerührt (umgeknickt) werden, damit der sich bildende Schwefelverzehret, und die Entbindung des Wassersioffgases, der durch seine Zerlegung ent-stehet , beschleuniget werde. Aus dieser Ursache darf der Arbeiter nicht eher aufhörenumzuknicken, bis das Aufkochen nachläßt, und die Flammenstrahlen nicht mehr auf-springen; nach diesem Zeitpunkt wird der Teig flüßiger. Wenn man eine eiserne Stangehinein taucht, und die daran hängenbleibende Kruste, die bey dem Kaltwerden zerbricht,auf dem Bruch ein gleichförmiges Korn dem Gesichte darbietet; so ist es ein Zeichen, daßdie Arbeit sich ihrem Ende nahet, und dann ist es Zeit, die Materie aus dem Ofen zuziehen; denn ließe man sie länger in demselben, so würde das Alkali wieder einen Theildes kohlensauren Gases, welchen es von der Kreide erhielt, verlieren. -
„Nicht weniger wichtig ist es, auf das Feuer genau Acht zu geben in diesem letztenZeitpunkt der Operation. Zu viel Hitze würde die Kreide mit dem Alkali zu einer Frittemachen, s. unten tz. 96. Zu wenig Feuer läßt die Materie hart werden, und es ist fastunmöglich, sie dann aus dem Ofen zu ziehen. Aber ein einsichtiger und gewandter Arbei-ter kann ohne Mühe diesen beyden Unbequemlichkeiten vorkommen. Hierbey belehrenüberhaupt Uebung und Fertigkeit mehr, als alle Vorschriften."
»Man ziehet die Materie mit eisernen Krücken aus dem Ofen, und sie fällt inGestalt eines weichen, erdigen und entzündeten Teigs auf den Boden; sie wird bey demKaltwerden hart, läßt sich hernach ohne Mühe zerbrechen, und gleicht vollkommen derkäuflichen'rohen Sode, die man eigentlich nachahmen wollte. i;6r lb. von dieserMaterie geben 920 tb. rohe Sode, wie sie aus dem Ofen kommt."
»So wie die Masse erkaltet, zerbricht man sie in Stücke von verschiedener Größe,und bringt sie in ein etwas feuchtes Magazin, hier spalten sich die Stücke, und zerfallenmit Hülfe des Wassers in der Atmosphäre und des Sauerstoffs zu Pulver, welches dievon lehkcrn gebildete Kohlensäure verschluckt, und sich damit sättiget."
»Diese Verfahrungsart hat man den Bürgern Dize, Leblanc und Shee zuverdanken, welche eine Sodefabrik zu Franciade angelegt hatten. "
..Das mit Sorgfalt angestellte Probireu dieser Sode gab auf 100Theile roher Sode.
37,52 krystallisirte Sode.
23 ,12 bis zur Trockniß abgedampfte Sode.
73,44 Ue berbleibsel von dem Auslaugen.
134,26 Summe aller Produkte.
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