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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Man siehet leicht, daß der Salpeter in allen ähnlichen Fallen nur gebraucht wird,um die Fehler der Kalcination des Sandes, Kalks und besonders des Alkali zu verbessern.

Auch braucht man ihn selten in Kompositionen zu leichtem weißen Glase, weil dergeringe Preiß dieser Waaren die Kosten einer so theuern Substanz nicht trägt. Dagegenaber wird er zu den theuersten Glasern, wie Krystallglas, gefärbten Gläsern, und bis-weilen auch zu feinem Tafelglas angewendet.

§. 99 -

Wenn Metalle sich mit Kieselerde und Alkali zu Glas verbinden sollen, so kdnnsolches nicht anders als in ihrem oxydirten Zustande geschehen. Das Bleyoxyde wirdvorzüglich in den Kompositionen des Krystallglases gebraucht, theils weil es wohlfeil ist,und theils, weil es in großer Menge zugesetzt werden kann, ohne die weiße Farbe desGlases zu verändern. In dieser Art von Gemenge ist der Salpeter sehr nützlich. Denner verhindert nicht nur die Reduction des Bleyoxyds,, sondern er vollendet sogar nochdie Oxydirung der Theile, welche es noch nicht hinlänglich sind.

Wenn man die Färbung des Glases durch irgend ein Metalloxyd zum Zweck hat,so bringt der Salpeter außer der eben angezeigten Wirkung auch noch diese hervor, daßer die Lebhaftigkeit der Farbe, die oft von dem Grade der Oxydation der Metalle abhängt,erhöhet, wie man dieses an den verschiedenen Farbenschattirungen bemerkt, welche dieEisen.', Kupfer-, Braunstein.', Silber.'und Goldoxybe hervorbringen.

§. ioo.

Auch kann der Salpeter in Verbindung mit dem Arsenikoxyde nützlich gebrauchtwerden, wenn man nämlich zur Absicht hat, letzteren zu firiren, damit er mit dem Glasin Verbindung bleibe. Seine Wirkung auf den Arsenik bestehet darin, daß er ihnübersänert (mit einem Ueberfluß von Sauerstoff beladet) und verursacht, daß er in pemZustande einer festen (r^cht flüßigen) und feuerbeständigen Säure übergehet. Wird derArsenik in diesemZustände in schicklichem Verhältniß zugesetzt, so verändert er die weißeFarbe des Glase? nicht; ist aber der Zusatz zu stark, so kann keine vollständige Auflösungmit den übrigen Glasmaterien mehr Statt finden, die Durchsichtigkeit wird vermindert,das Glas kann milchigt, ja sogar undurchsichtig werden.

Von dem Braunsteine.ryde.

§. t0t.

Das Braunsteinoxyde ist schon lange, als ein das Glas entfärbendes Mittelbekannt. 1 Man gebraucht ihn fast in allen Fabriken von weißen Glas, wo man ihn füreine Seife des Glases hält. Indessen bewirkt er die Vernichtung der Farben, doch nurin gewissen Fallen; denn in andern färbt er selbst das Glas sehr lebhaft violet. DieBemühungen und Arbeiten eines Scheele und Bergmann fetzen uns in Stand,daß wir jetzo seine Wirkungen nach Verschiedenheit seiner Anwendung bestimmen können.

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