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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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236
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Das reine Braunsteinoxyde giebt ein dunkel violettes Glas, das so dunkel ist. daßes schwarz zu seyn scheint, wenn es ein wenig dick ist; seht man aber Kohlen hinzu, svgiedc es einen Theil seines Sauerstoffs ab, und wird zu einem desto weißer» Glas, jemehr Sauerstoff er verlohren hat. Und dieses ist der Grund, warum der Braunstein,durch Verbrennung der etwa im Glas zurückgebliebenen kohligen Theile so großen Nutzenstiftet. Man siehet hieraus, daß er in schicklichen Verhältnissen gebraucht, die Stelledes Salpeters vertreten kann, um die Menge von Sauerstoff zu liefern, welche zurVerbrennung dieser mit den Glasmaterien, oder dem geschmolzenen Glase selbst verbun-denen Substanzen erfordert wird.

Eben fo verhält es sich, wenn man nebst dem Braunstein auch Arsenikoxyde zusetzt.Dieser übersäüert sich auf Kosten des Braunsteins; beyde Oxyde ändern, in den übrigen.iefelerdigen und alkalischen Glasmaterien aufgelößt, wenig oder nichts an der weißenFarbe des Glases ab.

Das nämliche hat Statt, wenn man nebst dem Braunstein eine schickliche Mengevon Zinnoxyde oder schwefelsaurem Kalk, Schwefel, oder selbst andere melallischeOxydezusetzt; indessen theilen doch alle Metalle, deren Oxyde das Glas färben, wie jene desEisens, Kupfers, des Kobalts dem Glas ihre Farben mit, ob sie gleich die von demBraunstein herrührende Farbe ganz oder zum Theil vernichten. Deswegen wird derBraunstein zu Krystallkompositionen, in welchen das Bleyoxyde die Hauptsache ist, wenigoder gar nicht gebraucht.

Das Braunsteinoxyde ist sehr schmelzbar im Glasofenfeuer. Das daraus entste-hende Glas ist weit schwerer, als andere gewöhnliche GlaSarken, die kein Krystallglassind. Daher rührt die beständige Neigung dieses Glases sich auf den Boden' der Häfenzu fetzen. Daher kommt es, daß das Glas in einem Hafen, wenn es mir Braunsteinübersetzt ist, immer dunkeler violet wird, je näher man dem Boden kommt. Wenn manweißes Glas macht, und die Farbe des Braunsteins kommt zürn Vorschein, so hilftman dadurch ab, daß man Arfenikoxyde, Schwefel, oder eine andere verbrennlicheSubstanz in die Glasmasse bringt, welche den überflüßigen Sauerstoff des Braunsteinsverschlucken, und die weiße Farbe des Glases wieder herstellen kann.

Wenn man im Gegentheil Glas mit Braunstein violet färben will, so muß mansorgfältig alle metallische Oxyde und verbrennliche Substanzen vermeiden, weiche denSauerstoff desselben anziehen können. Daher ist es gut, wenn man zu solchem Glasvor dem Gemengemachen recht gut kalclnirte Materie nimmt. Auch kann ein Zusatzvon Salpeter von Nutzen seyn, weil er dem Braunstein selbst noch Sauerstoff abgebenkann. ^

i Schon zuPliniuS Zeiten war fein Gebrauch z» Glas bekannt. Man sehe die Geschichte

dieser Anwendung des Braunsteins in Beekmanns Dcytr. zur G. der Lrf. Band IV".

S. 40».