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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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238
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Man ist genöthiget, die Hitze des Ofens wahrend der Arbeitszeit zu vermindern,damit das Glas Konsistenz genug bekomme, um es behandeln zu können; da aber dieGlasmaterien eine höhere Temperatur erfordern, um geschmolzen zu werden, so heiztman den Ofen wieder an, ehe sie hinein gebracht werden. Die Zeit zu diesem Anheizen,ist bey mehreren Fabriken verschieden; gewöhnlich werden bey Oesen von ohngefahr 6 FußDurchmesser i bis 2 Stunden erfordert, um ihren massiven Theilen die Hitze wieder zuverschaffen, welche sie während der Arbeit verlohren hatten.

§- 104.

Der in dem Ofen in Freyheit gesehte Wärmestoff sucht alle darin befindliche Körperzu durchdringen; die frisch eingesehke Materien verschlucken einen Theil der mit ihrereigenen Menge in Verhältniß stehet, so daß dadurch eine Abkühlung in dem innern Raumdes Ofenö und in dem Thon der Häfen entstehet; wäre diese Abkühlung zu plötzlich undzu stark, so könnte leicht ein Zerbrechen der Häfen verursacht werden. Man füllet des-wegen die Häfen zu zwey, drey, und mehrmalen an, und dieses nennt man zwey, drey«. f. w. Schmelzen machen. 1

Die zweyte Schmelze darf der erstem nicht eher folgen, bis die Verglasung der letz-tem vollkommen vollbracht ist. Man hat zwey Mittel, um sich hiervon zu überzeugen.Das erste bestehet darin, daß man das Ende des Aufbrausens und der Zerstreuung deövon den Materien herrührenden Rauchs beobachtet, welches man leicht an der Ruhe dergeschmolzenen Materie erkennet; das zweyte Mittel aber bestehet darin, daß man, wennder Ranch aufgehört hat (vermittelst eines Häkchens) Glastropfen oder Proben heraus-ziehet und untersucht, ob die Blasen verschwunden sind. * Ist dieses der Fall, so kannman zur zweyten Schmelze schreiten, und eben so verhält es sich mit den folgenden.

Wenn man in einem neuen Hafen einsetzt, so muß man auch einige Vorsichtsmaaß-regeln mehr anwenden. Wollte man warten, bis der Thon des Hafens alle Konsistenz,deren er fähig ist, erlangt hat, so würden oft mehrere Arbeiten verstreichen, ehe manihn brauchen könnte. Um diesem und einem andern Nachtheil zu begegnen, der aus demVerderben der Häfen entspringt, wenn gleich anfänglich frische mit vielem Alkali versetzteMaterien darin geschmolzen werden, so begnügt man sich, den Hafen nur während einerArbeit leer stehen zu lassen. Vor der zweyten Arbeit thut man Glasabfälle, oder auchfrische Materie, in der aber mehr solche Abfälle, wie gewöhnlich enthalten sind,hinein. Das nennt man einen Hafen verglasen (euve-rrer).

» Das ist der Grund, wenigstens der einzige nicht» warum man mehrere Male einsehet, sonderndie geschmolzene Materie nimmt ungleich weniger Raum ein, als die ungcschmolzcne.Wenn man bey dem ersten Einsähe den Hafen auch gleich gehäuft vollmaelit, so ist er doch kaumauf 4 angefüllt, wenn die Materie zusammengeschmolzen ist; nun wird er wieder gehauflvoll gemacht, nach dem Schmelzen aber ist er doch noch nicht voll, deswegen wird zumDrittenmal, wievorhin, eingesetzt, und nun wird er erst voll. Wenn übrigens die Materieso beschaffen ist, daß sie gerne schäumet und steigt, so muß man sich mit dem Einsetzendarnach richten, damit der Hafen nicht überlauft.