V. Dir Entwickelung der intellektuellen Potenzdarf i) die Bildung des Gedächtnissesnicht brach liegen lassen, indem eingeübtes, treues Gedächtniß zur Bildungdes Verstandes und der Vernunft unent»behrlich, und im öffentlichen und Pri-vatleben unersetzlich ist; darf 2) esnicht auf Rosten des Verstandes üben,woraus bloßer Mechanismus entstünde;soll z) es vorzüglich üben, weil die Ur-theilskrast erst spater reift, und die frü-hern Jahre zum Auswendiglernen und zumBehalten besonders tüchtig und dazu ei-gentlich bestimmt sind; und soll cS 4) vor-züglich üben in Sprachen und ähnlichenRenntniffen, weil die spätern Jahre zumSprachclernen rc. weder so viel Zeit dar-bieten , noch so viel Lust mitbringen.
* Es kann das Gedächtniß durch einsciti-ge und überspannende Uebung allerdings anSdem Zöglinge ein Monstrum bilden. EinKnabe mit lebhafte» Sinnen und lebendiger Ein-bildungskraft bekam durch stetes Auswendigler-nen und Answendigsprechen ganzer Predigten,nach und nach einen Kopf — gleich einen Bienen-körbe ; indem sich das Volumen des Kopfes wieG die