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weise Kinderfreund. Er unterscheidet das Na-turbedürfniß deö schreyenden Kindes von demBedürfnisse der bloßen Begierde. Jenes beifriedigt er, dieses laßt er unbefriedigt — läßtdas Kind schreyen, bis eö aufhört, widerstehtihm mit einem ernsten Gesichte, und etwa mitdem, dem Kinde noch unverständlichen, Worte:Schweig! das Schreyen rangt nichts. DaSKind versteht zwar diese Predigt nicht — aberfühlend den Widerstand des Gesichtes, dolmetschtes auch das Wort, als den Laut des Wider-standes, und schweigt. Dadurch wird daS Ma-reriale des Guten (die Unterwürfigkeit untereine höhere Gewalt, als die einer Begier-de ist) im Kinde, noch ehe es das Gute undBöse unterscheiden kann, gleichsam hinterlegt— als das köstlichste Rleinod, das, bey er-wachendem Tugend - Gefühle, als Tugendschayhervortritt.
Es kann also die Aufmerksamkeit auf dieKinder — in Hinsicht ihrer moralischen Entwi-ckelung , wohl kaum z »früh anfangen.
Und hier ist der Punct, wo die „Erb-sünde aller Erziehung" sitzt. Hier istder Knottr unsers Elendes, den fremde Händein der Epoche unsers frühesten Daseyns, ohne
unser