Buch 
Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
Entstehung
Seite
111
JPEG-Download
 

unser Anthun, schürzen. Hier vereiniget sichdas Verdcrbniß, das von außen in uns kommt,mit dem Verderbnisse, das mit uns gebohrenward.

Ein Nick in die Kinderstuben und in dieKinderwelt soll uns die Wichtigkeit dieser Lehrenoch anschaulicher machen. Es erscheint unsnämlich das schädlichste Vorurtheil der Kinder-führcr in seiner ganzen Blosse, wenn wir dieKinderwelt betrachten, wie sie ist.

Weil die Kinder in der ersten Epoche ih-res Daseyns noch keiner Sittlichkeit fähigsind, und der Grund ihrer Unarten mehrim Unverstände und Lemperamen-te als in der eigentlichen Bösartigkeit ge-sucht wird: so glauben sie, dürft man es nichtso genau nehmen, mit der frühen Wachsamkeitüber die frühen Aeußerungen der Kinder.

Allein sie begreifen i) nicht, daß z. B.die physische Lust am Zerstören der Spielzeu-ge, oder am Mißhandeln der Thiere, das ge-bieterische Wesen gegen andere, das unbe-schränkte Genieffen und Thun nach demStosse der unendlichen Begierde, das anfangsnicht moralisch ist, so leicht Gewohnheit wird;daß diese Gewohnheit so leicht Natur wird;

> daß