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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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207
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Früchte der Bildung. Aber die Auctorität derLiebe kann auch ernst seyn, wo es die Nocherheischet. Die Erziehung ist Gottes Nach-bild, Nachbild seiner bebenden Vorsorge,Nachbild seiner gerechten Weltrcgierung. Siemuß also Liebe, muß heilige Liebe seyn; diefern von schlaffer Weichlichkeit understürmenden Troye, Güte durch Ernstkräftiget, Ernst durch Güte mildert; dennschlaffe Weichlichkeit ist Thorheit, wie erstür-mender Trotz. Nur die schöne Einheit vonErnst und Milde kann Weisheit seyn dieErziehung ist Weisheit.

12) Die Erziehung fängt ihr grosses Werk beydem Anfange an, das ist, bey dem erstenZeitpuncte des Eintrittes ihres Zöglings indie Welt, und endet es nicht, bis er durchsie tüchtig geworden ist, sein Selbstführer durchdas Leben z» seyn; und wird in der ganzenLinie, die zwischen Geburt und der Mündig-keit liegt, nicht müde, der jungen Natur inihrer Selbstentwickelung beyzustehen. Sie ru-het nicht auf ihren Lorbeeren, ehe sie gesam-melt sind, und dann nicht; denn ihr blühenimmer neue, weil, wenn die Liebe, alsErzieherinn, den Zögling da, wo er

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