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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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234
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Vvrnrtheilen paaren sich Mißgriffe, mit Miß»griffen Sünde und Unrecht, a) Furcht,Schrecken halt man in vielen Fami-lien für zerstörend; aber den Keim des Zor-nes, des Neides, der Rachgier, und vorallem die Quelle alles Bösen, den Egoismusläßt man ungestört sich entwickeln; alle Lau-nen , alle Capricen des jungen Wesens wer-den unterhalten, oder gar als Gebote befol-get. Indem man also dem Tode die Hin-terthür verschließet, öffnet -man ihm die grö-ßere Vorderthür selber. -) In andern Fami,lien unterhält man Aurcht und Schne-cken bey den Kindern selbst, weil man ohnediese zweydeutige Erziehungshülse, etwas inBildung der Kinder ausrichten zu können,verzweifelt. Unfähig das Scepter der Liebezu führen, giebt man der Furcht den Zaumin die Hand. Wo dieser Nothbchelf die Ei-genliebe beschränket, und die Kinder vor Vcr-krüppelung bewahret, da werden die Geret-teten noch eher danken müssen , als da, wodie Eigenliebe gepflegt, uud durch Nachgie-bigkeit der Egoismus grofi gezogen wird. c)In einigen Familien drücket man ei» Kinddurch Begünstigung des andern, und erregt: dadurch in dem ersten die Leidenschaft des,

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