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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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266
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Ältern wissen nicht, daß Kinder von sechsJahren, ehe der Körper znr Selbstbefleckungreif ist, durch den erzwungenen Reiz ge-schwächt, und tödtlich geschwächt werden kön-nen. Der Erzieher sey 2) nie sicher, undberuhige sich nicht leicht, so lange der Zög-ling nicht mit gränzenlosem Vertrauen anihm hangt, und ihm jeden Wiederfall selbstbekennt. Die Scham verbirgt, was der Man-gel an Scham verübt; und das falsche Ehr-gefühl läugnet, was das Auge schon bekannthat. Der Erzieher traue z) auch dem from-men, guten Jünglinge nicht; denn auch die-ser kann, aus Uebergewicht des Reizes undaus Unbekanntschaft mit dem Reize, tieffallen. Der Erzieher schärfe seine Wachsam-keit 4) bey Jünglingen, die viel Lebhaftigkeitdes Temperamentes und viel Genie verra-then. Denn, wie sie im Ganzen reizbarersind, als andere, so sind sie es auch für diesinnliche Lust, und werden es auch leichtfür die Geschlechtslust. Wo viel Verstand,daist viel Sinn; und wo viel Sinn, da liegtfrühe Selbstverführung in der Nähe. DerErzieher mäßige Z) eben deßhalb in seinemPslegesvhn die Cultur der Phantasie, führeihn überhaupt von dem Zuviellernen zum

Gründ;