UI. Laß sein Gedächtniß nicht brach liegen,und nicht auf Kosten des Verstandes ge-bildet werden. Laß die GedächtnißjahreGedächtnißjahre seyn, und verwandle sienicht voreilig in Urtheilsjahre, ehe daSUrtheil sich bewegen kann. Sonst wirdder Zögling eine verwahrloset« Natur oh-ne Gedächtniß seyn, weil es ungebildetblieb, und ohne Urtheil, weil es ohnetreue Dienste des Gedächtnisses nicht ge-bildet werden konnte. - ^
IV. Thu keinen Sprung in Fvrtleitungder Erkenntniß von der sinnlichen zur ver-ständigen , von der verständigen zur ver-nünftigen Ansicht; werde der Natur, dieallmählig reift, nicht untreu; fordere vonden Sinnen, die nur den Stoff liefern,keine Begriffe, von den Begriffen keineIdee; laß die junge Seele von der Klar-heit zur Deutlichkeit, von der Deutlichkeitzur Universalität des Erkennens stuffcn-weise fortgehen. Nimm ein Beyspiel vondem Bäumchen, das deine Hand gepflan«-zet hat. Erst weiches Laub, dann Blü-thenknofpen, dann volle Blüthe, danngeheime Fruchtbildung, endlich reife
Frucht.