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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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302
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Ger seinen Zögling zu einem guten Men-schen erziehen will, '

vm, der erziehe ihn dazu, das heißt, erruhe nicht, bis das Gute die Macht derAngewöhnung in ihm bekomme, bis es Ge-sinnung und That/ bis es Leben,bis es Geist deo Lebens, bis esgleichsam Natur werde.

Daß Erziehung Angewöhnung sey, hatBaco tief gefühlt; deßwegen macht er in seinenvertrauten Rede» dem acht und dreyßigstenHauptstücke die ominöse Aufschrift: von derGewohnheit und der Erziehung; deßwegen setzter auch das Wesen der Erziehung in Angewöh«nung.Da nun die Gewohnheit (mc>s) derhöchste Moderator und gleichsam die Obrigkeitdes menschlichen Lebens ist: so soll es unsre ersteSorge seyn, daß wir uns Gutes zur Gewohnheitwerden lassen. Die mächtigste aller Angewöh-nung, die nämlich mit den Kindesjahren anfangt,heißt eben deßwegen die Erziehung." DasGute soll also durch Erziehung dem Zöglingedie siegendste aller seiner Angewöhnungen, sie soll.ihm gleichsam Natur werden.

Gleich-