Die Reinheit wohnt in der Seele, dieSchamhaftigkeit geht aus der Seele in dasGesicht, die Sittsamkeit aus der Seele inden Leib über. Jene erste ist die Seele,diese zwey letzter:, sind der Körper derUnschuld.
Reinheit, Schamhaftigkeit und Sittsam-keit bilden den Charakter der schonen Züchtig-keit, die die Miene, die Gebehrde, dieStellung, den Ton, die Handlungsweisengleichsam in Verwahr hat. Und dies ist dieUnschuld in ihrer ersten Epoche,in der sich auch keine unwillkührliche Be-gierde nach dem andern Geschlechte reget.Sobald sich diese regt, und die Unschuld sichdagegen wehrt, und sich als Unschuld be-hauptet, dann heißt sie jungfräuliche Tu-gend.
Es giebt also eine zweyfache Unschuld,eine ohne Kampf, die ich die paradisi-sche, die andere mit Kampf, die ich dieirdisch himmlische nennen mochte; mankann auch jene die Unschuld des Gesch lech-tes, diese die Unschuld der Person nen-nen. Jene macht liebens- und diese eHre'ns-werth; jene giebt der Blüthe des Lebens den
Mn-