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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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449
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allen Beyfall der grossen und kleinen Welt. Ebendieser Wunsch, Gott zu gefallen- sammelt siei» ihr selbst; der Trieb andern zu gefallen,wirft sie in die Welt ausser ihr hinaus . .Edle Jungfrau! wohne gern in dir, und wisise nichts anders, als im Auge des Allsehen-den schon zu seyn! Der lebendige Trieb,Gott zu gefallen, bewahret dich vor allemBösen, und vor aller Unruhe, die aus demBesen kommt.

Hier zeigt es sich wieder, daß alle Tu»gend Religion sey. Aber hier zeigt es sichnicht bloß wieder, hier zeigt es sich ganz be-sonders ; denn wie sollte die Tochter, den tau«send Schmeicheleyen, die den Trieb zu gefal-len wecken, nähren, erhöhen, entkommen,wenn sie mit ihren Gedanken auf Erde ver-weilet , und nicht im hohem Elemente höhe-res Leben zu leben weiß?

6. Wenn sie die Begierde zu gefallen beherr-schet , so wird sie auf den Anzug nicht mehrZeit wenden, als s) das Bedürfniß denLeib zu decken und zu schützen, b) die R e i n-lichkeit, c) das Gefühl für das wohlan,ständige, ä) die öffentliche Feyer,und der Rang der Familie erfordern.

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