§. Sie meidet alle Gefahren, die ihr dr» rei-nen, keuschen Sinn rauben könnten, und diesie meiden kann und darf.
Der gefährlichste Feind der Einen weib-lichen Tugend ist die Eitelkeit, oder die un-beherrschte Begierde zu gefallen. Ist diesein der Tochter einmahl erwacht: so sind zu-gleich unzählige Gefahren für ihre Unschuldmiterwacht. Ist diese einmal erwacht, söwird sie leicht die erste Verführerinn des un»erfahrnen Herzens, und hat sich diese innereVerführerinn einmal auf den Thron gesetzet,so locket-sie noch obendrein den äusser« Ver-führer herbey. Diese unbeherrschte Begierdezu gefallen, ist fast immer der erste Schrittzum Falle. Deßhalb sehen sie die weisen Füh-rer der Jugend als die Gefahr allerGefahr für die Jugend, besonders für dieMädchen an. „Um nun dieser Gefahr allerGefahr bevorzukommen, läßt die edle Tochteres ihr höchstes Streben seyn, Gott zugefallen, denn , wenn sie Gott gefällt, sogefällt sie jedem Menschen, an dessen Bey-fall ihr etwas gelegen seyn darf. Und ru-het das Wohlgefallen Gottes auf ihr, so hatsie in dem innern Frieden einen Ersatz für
allen