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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
Entstehung
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448
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§. Sie meidet alle Gefahren, die ihr dr» rei-nen, keuschen Sinn rauben könnten, und diesie meiden kann und darf.

Der gefährlichste Feind der Einen weib-lichen Tugend ist die Eitelkeit, oder die un-beherrschte Begierde zu gefallen. Ist diesein der Tochter einmahl erwacht: so sind zu-gleich unzählige Gefahren für ihre Unschuldmiterwacht. Ist diese einmal erwacht,wird sie leicht die erste Verführerinn des un»erfahrnen Herzens, und hat sich diese innereVerführerinn einmal auf den Thron gesetzet,so locket-sie noch obendrein den äusser« Ver-führer herbey. Diese unbeherrschte Begierdezu gefallen, ist fast immer der erste Schrittzum Falle. Deßhalb sehen sie die weisen Füh-rer der Jugend als die Gefahr allerGefahr für die Jugend, besonders für dieMädchen an.Um nun dieser Gefahr allerGefahr bevorzukommen, läßt die edle Tochteres ihr höchstes Streben seyn, Gott zugefallen, denn , wenn sie Gott gefällt, sogefällt sie jedem Menschen, an dessen Bey-fall ihr etwas gelegen seyn darf. Und ru-het das Wohlgefallen Gottes auf ihr, so hatsie in dem innern Frieden einen Ersatz für

allen