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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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455
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heit das Mädchen, an Tapferkeit den Hel-den, an Weisheit den Regenten , an Gott-seligkeit den Heiligen übertreffen .... Nurdarf die Ausnahme der Wenigen nicht Re-gel in der Bildung aller werden. Und hierf), wo von Bewahrung des Gefühles fürKeuschheit die Rede ist, muß die edle Toch-ter vor dem Buche, daö Wollust weckst,wie vor dem Verführer, dein nichts heilig ist,gewarnet werden. Denn viele unserer Schrift-steller haben sich so tief in die Sinnlichkeithineingearbeitet, daß ihre Produkte mehr Sin-nen - als Geistesproducte heissen können , in-dem sie weiter nichts als die Thorheiten ih-rer Vater zur Schau tragen.

,2. Nicht nur den Müssiggang der Lesereyjede Art von Müssiggang meidet sie. KeinTag. auch kein Festtag findet sie ganz arbeits-los. Der Reitz zur Lust kehret ant liebstenbey müfsige» Töchtern ein.

iz. Sie kämpfet in jeder unvermeidlichen Te-^ fahr. Nichts fürchtend als das Böse, bli-cket sie bey jedem Reitze zum Bösen^. schnellzu Gott auf, spricht das einsylbige'Wort,Nein, u»d flieht und wenn ihr dieFlucht erschwert wird , so zeiget sie den Muth,. Mur . das