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II. Teil: Wissenschaftliche Vorträge.
er die Litteratur nur bis zum Jahre 1868 zu verzeichnen, erweiterteaber etwas später den Plan, sodafs die Bibliographie jetzt auch dieletzten 30 Jahre umfafst; kritische Besprechungen mathematischerBücher sind auch darin erwähnt. Um die Titel der separat erschienenenSchriften zu sammeln — Herr Valentin schätzt die Anzahl derselbenauf etwa 35,000, wobei er jedoch als eine Einheit ein Buch mit allenAuflagen und Übersetzungen desselben rechnet — hat er teils mehrereder gröfsten Bibliotheken in Deutschland und im Auslande durch-forscht, teils eine grofse Anzahl von Bibliographieen und litterarischenZeitschriften benutzt. Die Titel der in Gesellschafts- und Zeitschriftenerschienenen Abhandlungen und Aufsätze hat er aus mehr als 4000Publikationen mit mehr als 120,000 Bänden excerpiert; die Anzahlder betreffenden Titel schätzt er auf etwa 90,000, sodafs die ganzeBibliographie ungefähr 125,000 Titel enthalten würde, deren er schonmehr als 100,000 gesammelt hat, und mit den noch übrigen hofft ervor Ende dieses Jahres fertig zu sein. Dann braucht er etwa drei Jahrefür die Redaktion seiner Sammlungen und noch ungefähr vier Jahre fürden Druck, so dafs die ganze Arbeit voraussichtlich um das Jahr 1904fertig sein wird. Die Titel sollen teils alphabetisch nach den Verfasser-namen, teils systematisch nach dem Inhalte geordnet werden, und HerrValentin berechnet, dafs die Bibliographie vier Bände à 50 BogenLexikon-Oktav doppelspaltig umfassen wird.
Die zwei soeben genannten Unternehmungen beziehen sich nurauf die schon vorhandene Litteratur. Zwar stellt der Plan desRépertoire Supplemente in Aussicht, deren jedes zehn Jahre um-fassen soll; wenn aber das Repertoire selbst erst in 20 Jahren fertigist, so können die jetzt lebenden Forscher kaum hoffen, von denSupplementen irgend einen Nutzen zu haben. Die zwei schon frühererwähnten Publikationen: Jahrbuch über die Fortschritte derMathematik und Revue semestrielle des publications mathé-matiques sind ja sehr wertvoll, enthalten aber auch Referate, undkönnen darum nicht so frühzeitig erscheinen, als zu wünschen wäre;das Jahrbuch ist übrigens für rein bibliographische Zwecke etwasunhandlich, und die Revue umfafst nicht separat herausgegebeneSchriften. Daher ist es wünschenswert, für die künftige Litteraturein neues bibliographisches Hilfsmittel zu bekommen. In der That istein solches wirklich in Aussicht gestellt durch den bibliographischenKongrefs, der auf Veranstaltung der „Royal Society “ im vorigen Jahre