ZZg I. Klaffe. Bergbauerzeilgmffe rc.
Deutschland zunächst die Kräfte dahin zu richten sein, der Roheisen-erzeugung durch Steinkohlen oder Koaks in geeigneten Lokalitäten mehrEingang zu verschaffen, um dadurch das Bedürfniß eines billigern,wenn auch weniger guten, Eisens befriedigen, und der ausländischenKonkurrenz nach und nach besser widerstehen zu können. Man wirdwohl nicht erwarten, daß Deutschland jemals eine solche Höhe inder Produktion von Kohlen und Eisen erreichen könnte, als sie gegen-wärtig in England statt findet. Dies ist durch ein bei Weitem be-schränkteres Vorkommen bedingt. Wohl aber schließt Deutschland dieMittel in sich, seinen eignen Bedarf an diesen beiden Stoffen in mehrals genügender Weise zu erzeugen. Die neuerlich gemachte Auffindungreicher Eisensteinlagcr im Kohlenbecken von Westfalen wird wahr-scheinlich den ersten Impuls zum Fortschritte geben; dessenungeachteterscheint es aber als eine Hauptaufgabe, Kohlen und Eisenstein erzeu-gende Distrikte auf solche Weise mit einander zu verbinden, daß dadurchdie Kosten des Transportes der großen Masse des Rohstoffs aus daserreichbare Minimum vermindert werden. Mit der Lösung dieser Auf-gabe scheint ein Steigen der Eisenerzeugung innig verknüpft, und mitihr das Steigen aller von ihr abhängigen Gewerbzwcige.
In einem noch weit höheren Grade, als beim Eisen, ist die Aus-schließung und Nutzbarmachung vieler anderer Lagerstätten von Roh-stoffen, als Thon, Gyps, Düngmittcln, Baumaterialien w, lediglich vonder Beschaffung billiger Transportmittel abhängig. Die großen Anstren-gungen, welche zur Erreichung dieses Zweckes in den letzten Jahrenauf Schienenwege, Land- und Wasserstraßen verwendet worden sind,tragen schon jetzt gute Früchte und ist nur zu wünschen, daß das be-gonnene System mit Umsicht und Energie fortgesetzt wird.
') Berlin . 185l, gedruckt bei A. W. Hahn, mit einer Uebersichtskarte jenerBergamtsbezirke. Durch die in jüngster Zeit auch anderwärts, in Westfalen, nament-lich bei Hördc, in der Nähe der Steinkohlen gefundenen Blackband-Flötze ist eineziemlich sichere Aussicht gewonnen, künftig das Roheisen dort noch billiger, als inBelgien erzeugen zu können, wenn damit entsprechende Anlagen und Kvmmunikations-Anstalten in Verbindung treten.
§. 20 .
Die Belgische Bergwerks-Jndustrie ist im Verhältniß zur Ausdeh-nung des Landes nicht nur als eine sehr ansehnliche, sondern auch inmanchen Zweigen, namentlich für Eisen, Kohlen und Zink, als einmächtiger Konkurrent der betreffenden Industriezweige Deutschlands zubetrachten.
Unter deir in der Ausstellung befindlichen Modellen von Förder-vorrichtungen, um bei entstehendem Seilbruche das Herabstürzen der