Band 
Erster Theil.
Seite
262
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262 u. Klasse. Chemikalien.

Untersuchung erforderlich gewesen sein, deren Resultat selbst, wem eserreicht worden, dennoch hier nicht mitgetheilt werden könnte, da mannur durch die minutiöseste Beschreibung ihm irgend einen Werth zugeben vermöchte.

Es würde daher der ganze Bericht über diese Klasse wenig zu bie-ten im Stande sein, wenn nicht einige neue und einige erst jetzt imGroßen benutzte Prozesse mitzutheilen wären, deren Beschreibung deninteressanteren Theil ausmachen wird. Was die PharmazeutischenWaarensammlungen betrifft, wird die Beschränkung auf Namensnen-nung der wichtigsten Aussteller geboten sein.

Ein wichtiger Unterschied im Fabrikbetrieb der chemischen Industrie-zweige in den verschiedenen Ländern, namentlich in England, Deutsch-land und Frankreich , die allein hier wesentlich in Betracht kommen, daaus allen anderen Staaten nur ganz vereinzelte Produkte geliefert wor-den sind, tritt klar hervor.

In England beschränken sich die Bestrebungen der größeren Fa-briken überall auf ganz einzelne Produkte, auf nur einige wenige, ingroßer Menge in den Manufakturen verwendete Stoffe. Einige fürdie Apotheker arbeitenden zeigen allerdings eine größere Mannigfaltig-keit, halten jedoch dann durchgehends diesen Charakter in ihrer Fabri-kation fest, und liefern nur die zu diesen Zwecken gebräuchlichsten Prä-parate. Eine dritte Klasse liefert die Farben; eine vierte die seltneren,theils in der Pharmazie, theils in den Laboratorien gesuchten Produkte.

Aus Frankreich hat sich nur die erste und zweite dieser Klassenwesentlich bethciligt, an Farben ist verhältnißmäßig wenig vorhan-den, und von der letzten Klasse ist gar nichts zur Ausstellunggeschickt.

Unsere größeren Deutschen Fabriken sind fast alle weit mannig-faltiger in ihren Leistungen; abgesehen von denen, die sich lediglich mitDarstellung von Farben beschäftigen, sind die meisten chemischen Fabri-kanten bei uns durch eine weit größere wissenschaftliche Bildung, durchdie Leichtigkeit, mit der sie, theils aus der Reihe der bei uns so hochin ihren wissenschaftlichen Kenntnissen über den Apothekern andererLänder stehenden Pharmazeuten, theils durch die Masse anderer jungerChemiker, in die Lage versetzt, sich eine Hülfe jeder Zeit zu verschaffen,die anderswo nur selten und nur mit großen Geldopfern zu erreichenist. Diese Umstände befähigen sie, eine Menge von Präparaten nebenden am umfangreichsten betriebenen Geschäftszweigen anzufertigen, dienur der Hand gebildeter und geübter Leute anvertraut werden können.Unsere größten Fabrikanten von Schwefelsäure, Soda, Chlorkalk liefernzugleich nicht selten fast alle pharmazeutisch-chemischen, und oft selbstdie seltensten chemischen Produkte. Die Fabrikation der Alkaloide, derseltneren organischen Säuren, hat in Deutschland eine Ausdehnunggewonnen, wie nirgends anders, und es scheint uns der wesentliche