Band 
Erster Theil.
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Z. 34. Britisches Reich. 273

von diesem ausgezeichneten chemischen Fabrikanten, der uns schon mitwanchen neuen Verfahrungöarten beschenkt hat, erfunden, besteht inFolgendem: Möglichst reine Bleiglanze werden fein gepocht und mitkonzentrirtcr Salzsäure übergössen. Letztere gewinnt er direkt durchKondensation der in den Schornsteinkanal gelangenden Dämpfe bei sei-ner Sodafabrikation, indem der Rauch über befeuchtete Kieselsteine oderKoaksstücke geleitet wird.

Das bei der Bildung des Chlorbleies sich entwickelnde Schwefel-Wasserstoffgas wird in einem großen Gasometer von Gutta Percha auf-gefangen und nachher in den Schwefelsäure-Bleikammern verbrannt.Nach Vollendung des Prozesses enthält die Flüssigkeit das etwa vor-handene Eisen, Kupfer u, s. w, in Lösung und nur wenig Chlorblci,was seiner größten Masse nach als schwarzgraues Pulver mit demetwa vorhandenen Chlorsilber, nach Abspühlung mit kaltem Wasser, insiedendes Wasser gebracht wird, um das Chlorblei zu lösen. Der Rück-stand enthält alles Silber, was in den Erzen vorhanden war, und eskann dieses Metall daraus vollständig gewonnen werden, wenn esselbst so wenig betrug, daß der bekannte Pattinson'sche Bleikrystallisa-tions-Prozeß zur Anreicherung des flüssig bleibenden Theiles nichtwehr mit Nutzen angewandt werden kann, indem man in dem nochBergart enthaltenden Rückstand das Chlorsilber durch Kalk reduzirt, eswitBleizusatz niederschmilzt, und so einen bleihaltigen Silberkönig gewinnt,Nr abgetrieben wird. Die heiße Chlorbleilösung wird mit Kalkwasserversetzt, was halb so viel Kalk enthält als zur Füllung des ganzenBleies im orydirten Zustande erforderlich wäre. Es schlägt sich eineWeiße Verbindung nieder, aus gleichen Aequivalcnten Bleioxyd undChlorid bestehend. Diese wird getrocknet und statt des Bleiweißesbenutzt.

Wenn sie auch keine Vortheile vor diesem voraushaben mag (dennvb sie, mit Oel angerieben, im Dunkeln nicht gelbt, ist nicht durch zu-verlässige Versuche bewiesen), so spricht schon die Billigkeit, bei ihremgroßen Denkvermögen, für ihre Benutzung. Es wird hierbei voraus-gesetzt, daß man sich die Salzsäure so billig berechnen könne, daß manden entweichenden Schwefelwasserstoff u. s. w. verwerthe. Wo dieseHülse nicht vorhanden, wird man mit Pattinson nicht zu konkurrirenvermögen.

Derselbe Fabrikant hat kohlensaure Magnesia von guter Beschaf-fenheit ausgestellt, die ihrer Bereitungsweise wegen Interesse erregt.Es wird dazu ein kalkreicher Dolomit verwandt, den man vorsichtigbrennt, löscht und in viel Wasser zu einer dünnen Kalkmilch anrührt.Das Brennen findet nur statt, um eine recht feine Pulverifirung desGesteins leicht zu erzielen. Die Kohlensäure, welche beim Brenneneiner zweiten Portion des Dolomits sich entwickelt, wird mit Hülfeeines Ventilators in die Milch eingetrieben. So lange nicht alleI. 18