§. 35. Zollverein und Mittel-Europa . Z77
für den Färber werden, da dieses alle Farben trübt und schmutzig er-scheinen läßt.
Auch Gutheil und Comp. aus Düsseldorf hatte schönes Blutlau-gcnsalz ausgestellt.
1)?. Marguard aus Bonn hat Chloroform, Schwefelkohlenstoff,A.eetum ooncentratrim und reines Cyankalium eingesandt. Die Billigkeitder Substanzen bei gleichzeitiger Reinheit zeichnet sie aus.
O. Jannasch aus Bernburg hat zwei Flaschen, die eine Essigsprit,die andere Medizinalessig enthaltend, geschickt; der Geruch und Ge-schmack sind rein und angenehm.
Dr. Schür und Köhring aus Brandenburg lieferten chemisch-reine Weinsäure, sehr sein gepulverte und eine zweite Sorte gut kry-stallisirte, ferner Präparirsalz.
L. Bleibtrcu aus Bonn und die Königl. Alaunwerks-Vcr-waltung zu Schwemsal im Kreise Bitterfeld haben in Faßform kry-stallisirten Kalialaun von guter Qualität eingesandt. Diese Fabrikenbesitzen allerdings nicht die kolossale Ausdehnung der Englischen, ihreProdukte sind aber deshalb keinesweges untergeordnet.
Augustin aus Halberstadt hat mehrere gute Proben von Blei-zucker ausgestellt.
Die Fabrikation der Alkaloide und seltneren chemischen Präparateist außerordentlich schwach vertreten, im Verhältniß zu der Bedeutung,Welche dieselbe für Deutschland besitzt.
Die große Chininfabrik von C. Zimmer in Frankfurt a. M. hat sichdarauf beschränkt, ein Glas mit Chinidin einzusenden. Dieses Alkaliist von dem Fabrikanten selbst entdeckt und zuerst dargestellt. Es istein Beweis seiner wissenschaftlichen Kenntnisse und eine werthvolleProbe. Aber man wird zugeben müssen, daß daneben das Chinin,Cinchonin und deren Salze nicht hätten fehlen sollen. Job st zuStuttgart , die älteste große Chininsabrik, hat einen großen Pokal vollvortrefflichem Chinin eingesandt. Koch aus Oppenheim eine Reihevon Gläsern mit Chinin, Cinchonin, einigen Salzen derselben und Chi-uvidin. Weitere seltenere Präparate haben wir nicht anzuführen.
Von K. Oehler aus Offenbach sind die durch sraktionirte Destilla-tion aus Gasthecr gewonnenen Produkte ausgestellt. Das als krystalli-sirbares Kreosot bezeichnete ist wohl Phenylorydhydrat, das farbloseOel ebensowic das von Brönner in Frankfurt gelieferte hauptsächlichBenzol, wie man dem Geruch nach erwarten muß.
Bonz u. Söhne aus Böblingen in Württemberg hat neben Kreosotaus Holztheer, recht schönes Jodkalium eingesandt, und
Ä. Wies mann und Comp. von der Augustcnhütte bei Bonn ,die Produkte der Destillation des dortigen Kohlenschiefers. Es stehtzu erwarten, daß die leichtflüssigeren dieser Destillations - Produkteeine immer ausgedehntere Anwendung als Beleuchtungs - Material