Band 
Erster Theil.
Seite
278
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278 II- Klasse. Chemikalien.

finden werden. Daß das Naphthalin als Material für Kerzen, na-mentlich mit Palmitonsäure oder Stearinsäure gemengt, weit besserzu verwerthen sein möchte, als im isolirten Zustande, scheint unswahrscheinlich. Als Schmiermittel ist es vielfach empfohlen, möchteaber doch eben nur zu niedrigen Preisen zu verwerthen sein. Der Glüh-lack und die sogenannte fossile Schwärze sind nützliche Materialien fürden Anstrich von Eisen.

C. A. Dubois in Hirschberg hat eine sehr schöne Probe vonZinnober, vorzugsweise sür Siegellack-Fabrikation bestimmt, Lucas inKunerödorf bei Hirschberg 6 verschieden nüancirte, sehr schön und intensivgefärbte Proben desselben Stoffes ausgestellt.

Von allen chemischen Fabrikaten ist der Ultramarin aus Deutsch-land am reichlichsten, von den meisten Fabrikanten in den verschieden-sten Abstufungen sehr schön vertreten. Nirgends möchte es schwierigersein, über den Vorzug des Fabrikates der einzelnen Aussteller ein ver-gleichendes Urtheil zu fällen; die Anforderungen der Technik find beidieser Farbe sehr verschieden. Der Fabrikant wird bestimmte verschie-dene Eigenschaften am meisten zu erstreben haben, je nachdem sein Ab-satz an bestimmte Industriezweige am größten ist. Der Drucker, wel-cher heutzutage wohl den ausgedehntesten Gebrauch von dem Ultra-marin macht, verlangt vor allen Dingen Intensität und Feuer derFarbe bei genügender Feinheit. Eine geringere Zertheilung läßt dieIntensität der Farbe leicht sehr vermehrt erscheinen, ist aber ein in al-len Fällen unstatthaftes Hülfsmittel. Die Intensität, namentlich dasFeuer scheint bei einem Stich in's Röthliche bedeutend erhöht, und derDrucker wird dieser Nüance überall den Vorzug geben. Aber der na-türliche, aus dem Lapislazuli gewonnene Ultramarin verdankt die hoheGunst, in der er bei den Malern steht, allein seiner rein blauen Farbe,die mit Gelb gemischt reines Grün liefert. Dies vermag der feurigeröthliche nicht. Es gelingt übrigens vielen Fabrikanten, auch diese reinblaue Nuance darzustellen. Der Papierfabrikant ist der mindest schwie-rige in Betreff der Nüance, aber er verlangt das Marimum von Fein-heit in der Vertheilung, er findet gerade nur hierin den Vorzug des' Ultramarins vor der Smalte. Einige Ultramarin-Fabrikanten genügen,in den vielen, oft 20 und mehr Sorten, welche sie in den Handel brin-gen, allen oder einigen der Anforderungen mit ganz glänzendem Er-folge. Trotz vielfacher Proben haben sich die Sachverständigen sehrungleich über die Verdienste der einzelnen ausgesprochen, und die Zwei-fel darüber mußten noch bedeutend vermehrt werden durch die außer-ordentlich verschiedenen Preise, welche von den Fabrikanten sehr nahe-stehenden Nüancen beigelegt wurden.

Die größte Zahl von Abstufungen Wurde von der BüchnersehenFabrik in Pfungstadt bei Darmstadt, von H. Gademann in Schwein-furt, und namentlich von Lev erkus in Wermelskirchen eingesandt. Breu-

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