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IV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.
preisen, — letzteres Folge des so migemein gestiegenen Bedarfs nnd der hostenBaumwollpreise; — darin dürsten die Hanptursachen zn finden sei», welche den Land-mann Irlands dazu bewogen, sich mehr dem Flachsbau zuzuwenden und auch dem-selben beim Anbauen größere Sorgfalt zn schenken.
Die Zunahme des Flachsbaues in Irland ist daraus ersichtlich daß er
im Jahre 1848: 53,868 AkrcS im Jahre 1850: 91,040 Akres
- 1849: 60,014 - - - 1851: 138,619 -
umfaßte.
Daß der in den letzten zwei Jahren gegen früher so bedeutend größere Anbau,auch wesentlich Folge des nun in etwa 20 Anstalten in verschiedenen Theilen Irlands angewendeten Schenkschen Warmwasser-Röst-Vcrfahrens ist, unterliegt keinem Zwe^fel. Die bisher mühsamen, umständlichen und mit Zeit- nnd Kosten-Aufwand ver-knüpften Systeme des Rottens nnd der späteren Zubereitung des Flachses, welchesmeistens Sache des Erbauers war, hinderten den Laudmann an einem ausgedehnte»nnd regelmäßigen Flachsbau. Größere Rost - nnd Zubercitungs-Anstalten des rohe»Flachses, in denen dem Landmann ein naher Markt zur unmittelbaren Verwerthungseines Erzeugnisses schon auf dem Felde geboten wird nnd reelle, angemessene Preise,wie sie derartige Anstalten leicht geben können, nnd welche den Flachsbauer reichlichund besser bezahlen, als wenn er sich der Mühe des Röstens u. s. w. selbst unterzöge-"werden überall sowohl die beste Triebfeder des Landmanns zn einem ausgedehnteren regel-mäßigen Anbau sein, als auch eine reichlichere Gesammt-AuSbeute guten, egalere»Flachses liefern, der wieder bei besserem Sortiern und Eingehen auf die Forderunge»der verschiedenen Märkte, höhere Preise erlangen nnd so auch derartige Röstanstalte»reichlich bezahlt machen wird.
Was die Bestellung sart des Flachses betrifft, so wird nur Frühlein an-gebaut, und noch immer viel Samen aus Rußland bezogen, der vor der Aussaatdurch Fegen und Sieben auf dafür geeigneten Maschinen sehr sorgfältig gereinigtwird. Man düngt den Acker dazu mit Stalldnng, säet den Lein breitwürfig, n»dbefreit ihn durch Jäten von: Unkraut. In Irland hat Referent die Kultur keines-weges musterhaft gefunden, dem übrigen Zustand des Landes entsprechend. Derselbeist in der That ein recht trauriger, und was den Landban betrifft, so wird derselbedort durch den jetzt sich immer mehr ausdehnenden Flachsbau nicht gehoben, sonder»die Bodenkraft wird mehr und mehr erschöpft werden, während der Zustand dcbAckers in England einen starken Anbau von Handelsgewächsen recht gut ertrage»kann. In Irland hat sich das Kapital noch nicht wie in England dem Landba»zugewandt, und wird dies auch nicht, bevor nicht vieler Landbesitz in andere Händeübergegangen, und Leben und Eigenthum mehr, als jetzt, auf dem platten Lande ge-sichert sein wird. Morden und Brennen gehört auch dort noch heute nicht zn de»Seltenheiten, und Exmissionen der kleinen Pächter zn Hunderten durch Abnehme»der Dächer von ihren Wohnhäirsern sind an der Tagesordnung; Referent hat selbstderen nicht wenige in diesem Zustande gesehen. Seit zehn Jahren hat sich die Be-völkerung Irlands durch Krankheit nnd Auswanderung um fast zwei Millionen ver-mindert. Die kräftigen Männer gehen, um lohnende Arbeit zu finden, nach Englandund Schottland . Die auf dem Boden ruhenden Abgaben sind hoch, nnd bei deMniedrigen Stand der Getraide-Preise haben viele der bedrängten Landbaner sich z»"'Flachsbau gewandt, um dort ein Rettungsmittel zu finden.
Eine ganz ähnliche Bewandtuiß hat es mit der jetzt gebildeten Jrish-Beet-Sü-gar-Kompanie, welche einen interessanten Belag, wie sehr man bemüht ist die tief-gesunkene Landrente zu heben, nnd wie sehr man sich dabei in den Mitteln vergreist,abgeben dürste. Für Irland müßte wohl zunächst die fast überall noch mangelndeDrainirung, Vertiefung und Dungerbereicherung des Bodens vorangehen, ehe nm»an einen noch weiter ausgedehnten Flachsbau und an die Rübenzuckerfabrikation de»-