370 IV. Klaffe. Vegetabilische und thierische Stoffe.
die Bearbeitung des Flachses ganz beendigt, so wird er in drei gleiche Theile zer-schnitten, und das Mittclstück ist von der besten Qualität, Durch die sorgfältigereBearbeitung des Flachses ist man jetzt im Stande, aus solchem Flachs Garn vonNro. 50 zn spinnen, bei dem man vor Jahr und Tag nur bis znm Rro. 30 gela"'gen konnte. Die höchste Nummer spinnt eine Fabrik zu Dublin , nämlich 400, na-türlich bei sehr warmer, feuchter Atmosphäre in den Spinnränmen, und indem derFaden durch warmes Wasser geht; die Gesundheit der Arbeiter soll aber dabei leide»-Der Anblick der Arbeiter, Arbeiterinnen und zahlreichen Kinder war mitunter uner-freulich; eine Menge ihrer beschwerlichen Arbeiten verrichtete bei den besseren RPl'"sraten in Neweastie schon die Maschine. Das Spinnen des Wergs geschieht in ^Regel in den untern Räumen, wohin das Material von oben, wo die Flachsspi""'Maschinen befindlich sind, herabfällt. Die Ausnutzung ist sehr vollkommen, besonderin den Fabriken, wo man durch neu erfundene eigenthümliche Maschinen auch a»^dem ganz geringen, bisher zur Papierfabrikation verbrauchten Werg (rviuto „alem")grobe Garne zn Fnßdecken und Säcken von Nro. 1 — 3 mit Erfolg verspinnt.
Der früher in Irland von den kleinen Pächtern betriebene Flachsban mit eig»^Verarbeitung hat fast aufgehört. Diese kleinen Pächter wurden zum Theil WcbO-welche ihre Nahrung und Rohmaterialien anlaufen, und ihre Steuern mit demdienst ihres Webcstuhls bezahlen. Znm Erfolge der Flachskultur in England, ^das System der großen Pachtgüter vorherrscht, ist die Theilung der Arbeit nötlM'Der Pächter käun dann seine Aufmerksamkeit der Bereitung des Landes, dem Baue"'Ausraufen und Trocknen der Erndte zuwenden, indem er Anderen die weitere Be-arbeitung überläßt, durch welche der Flachs zum Spinnen präparirt wird. Denwohnheiten der Englischen Pächter ist die Flachsbereitnng so fremd, daß die Herre"Marshäll aus Leeds , als sie wünschten, den Anbau desselben in der Nähe ilst^Spinnereien ansznbreiten, genöthigt waren, das Land, von den Pächtern znm Sät"zubereitet, zn pachten, und alle folgenden Arbeiten auf sich zn nehmen. Sie bezahl-ten dabei für den Acre 8 Lstr. Pacht, welches die Pächter für weniger lohuel^halten, als eine Weizcnerndte zn 60 Schilling. Die Bewegnng, welche das Flachsspinnen durch Maschinen im Irischen Leincnhandel hervorbrachte, machte es nötW'daß Flachs-Faktoreien eingerichtet wurden, um den Pächtern den Flachs im Strohabzukaufen und den Flachs selbst zn bereiten. Die Belgischen Spinnlehrer, wcl^bdieses System der Flachs-Faktoreien von ihrer Hcimath her kannten, brachte»zuerst nach Irland , wo man es bald als eine Verbesserung erkannte, und wo ^Irische Flachsgesellschaft um seine-Einführung sich bemühete.
Die Belgische Landwirthschaft war lange wegen des sorgsamen Flachsbaues i>«kleinen Pachtsystem, unter Benutzung des flüssigen Düngers berühmt- Die Flachskultur, bei welcher so viel Werth auf die Art gelegt wird, in welcher die Erndte f>^'den Markt bereitet wird, und wo ein so großer Theil des Werthes in der Arl'^besteht, welche man auf der ersten Stufe anwenden muß, konnte am besten mit de>"alten Röstsystem auf kleinen Pachtgütern, wie die Belgischen, wo man auf E'i»Z^Heiken größere Aufmerksamkeit wendet, betrieben werden. Soll der Flachs irr kack^"Wasser nach der alten Art geröstet werden, so scheint die beste Methode die, ihnfließendes Wasser zu legen, wie man es auch in Courtray , dem Hauptflachsdist^Belgiens thut. Indessen werden die besonderen Eigenthümlichkeiten des Lyswasll^als ein Grund der Bortrefflichkeit des dortigen Flachses angesehen.
Acht Belgische Aussteller, darunter David und de Boe zu Antwerpen ,medt und Coinp. zu Zele in Ostflandern, Baubogaert zu Grembergen in 'Ost'standen,, I. B. van Miete und P. I. Vorbeek zeigten sehr schöne Muster v""Belgischem Flachse, sowohl roh als auch in fließendem Wasser geröstet und geschw"""