8-60. Belgischer und Holländischer Flachs, Werg und Herde.
gen. Diese verschiedenen Operationen waren nach der Belgien eigenthümlichen Me-"wde ausgeführt und das Resultat sehr befriedigend. Der Flachs scheint durch dieseRöüe in fließendem Wasser eine eigenthümliche körnige Festigkeit, Glanz und oft
elße zn gewinnen, welche andere Röstmethvden nicht im Stande sind, zu gewähren,geschwungene Flachs war sehr sorgfältig behandelt, und man konnte sehen, daß""selbe aus den Händen solcher Leute kam, welche gewohnt sind, werthvolles Material^ handhaben.
. Drei Aussteller sandten Flandrischen Flachs, im stehenden Wasser gerostet. Sehrlchöiw Faser, war aber graublau, nicht so egal in Farbe und fühlte sich wolliger an.
Der schöne Flandrische Flachs ist überall wieder zn erkennen in Garn,aw'
ÜNd
"UI und Gewebe. Die schöne und egale Faser und deren sorgfältige Bearbeitung" in allen Stadien der späteren Fabrikation als die nöthigen Grundlagen für ein^'ies Fabrikat zn finden.
^ Belgien zählte nächst dem Vereinigten Königreich und Rußland die meisten^chs-Anssteller, und bewährte durch die ausgestellten Proben den Ruf, den dieses^a»d Flachskultnr wegen genießt.
Der Vorzng des Belgischen Flachses besteht hauptsächlich darin, daß er beim-schein geringeren Verlust hat, daß er sich, ohne haarig oder struppig zu erscheinen,,'""glichst fei,, spalten, und dadurch zn besseren Garnen, resp. höheren Nummern ver-winnen läßt. Er verdankt diese kostbare Eigenschaft außer günstigen örtlichen und.»uatischen Verhältnissen, größerer Sorgfalt im Anbau nnd hauptsächlich dem Ner-ss'hren, den Flachs noch grün zu raufen nnd ihn in geeignetem Wasser zn rösten,""n denselben durch Auslegen auf Gras zn bleichen nnd später durch Brechen nndschwingen zn reinigen.
, Eine Probe war zweimal geröstet worden. Dieses Röstverfähren soll in diesem^"hre vielseitig in Belgien, besonders der Courtray -Gegend angewendet worden seinsich bewährt haben. Der Flachs soll egaler ausfallen und sich feiner hecheln,°"her höher verspinnen lassen, sowie dadurch auch ein Nachrösten und Bleichen, durch' »Slegm auf Gras entbehrlich werden soll. In der Regel fällt er etwas matt aus,jedoch, wenn er nicht gerade zn glanzlos, von Spinnern gern übersehen, ja inFällen sogar geliebt wird, wenn der Flachs nur VerspinmmgSqnalität besitzt. —man allerdings hört, daß 1851 viel 1849 er Flachs znm zweitenmal«: geröstet,jetzt erst anf den Markt gebracht wird, so können dergleichen Zinscnverlnste nndM doppelt erwachsende Unkosten für zweimaliges Rösten, Trocknen ic. sich nur eben" solche,, Flachsen, die im Verhältniß zn anderen einen so enorm hohen Preis er-
j"lte„, bezahlt machen nnd Anwendung finde».
Belgien erportirt allein nach England jährlich über 5 Millionen Pfund Flachs,° trotz der größten Anstrengungen waren England nnd Irland bis jetzt nicht im""de, durch eigenen Ban Flachs von gleicher Schönheit und Güte im Großen'' "Mgen.
tll. Holland
^ ln der Londoner JnLnstrie-Ansstellnng in Bezug auf Flachsprodnkte nnd im."hältniß zn der Stelle, welche Holländischer Flachs im großen Welthandel ein.'"""»t, a,„ schwächsten, durch nur einen Aussteller (L. L. Swaab) vertreten.
demselben war eine Probe Flachs, znr Hälfte durch ein von ihn, erfundenes^"fahren zn einem ziemlich reinen, weißen und seidenartig aussehenden Stoffe znbe-und ausgestellt worden. Daß dieses Verfahren, wie die anderen derartigenErfindungen, ebenfalls aus chemischen (durch Anwendung von Alkalien nndstör oder ähnlich wirkenden Präparaten) und mechanischen Mitteln beruht, dürste""hl keinem Zweifel unterliegen. Das Verfahren ist, wie von Holländer» selbst"ülgetheilt wurde, bis jetzt noch Geheimniß des Erfinders.
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