tz. 65. Rohe Hölzer. 413
Beziehung zunächst wegen der in ihr liegenden Aufforderung und Gelegenheit zu Ver-suchen schätzbar, die auch ohne Zweifel in Großbritannien in Ausführung kommenwerden. Es wird sich dann ergeben, welche nützliche Anwendungen für Land- undSchiffbau, für auf- und eingelegte Schreinerwaaren, für das Drehen, Schnitzen unddgl. von bisher unbeachteten Hölzern gemacht werden können. Für unsern gegen-wärtigen Zweck wird es genügen, wenn wir die Fülle des Stoffes bemerklich machenUnd einzelne Wahrnehmungen beifügen. Die in dem trefflichen Handbuch der Tech-nologie von Karmarsch , l. 670, gegebene Liste der vorzüglichsten außereuropäischenNutzhölzer kann aus den Ergebnissen der Ausstellung sehr vergrößert werden, es istüber, wo keine botanische Bestimmung bekannt ist, schwer, sich aus den Benennungenlurecht zu finden, weil ein und dasselbe Holz in verschiedenen Gegenden verschiedeneNamen trägt und der nämliche Name auch bisweilen für mehrere Holzarten ge-jaucht wird.
Bei den Europäischen Holzarten haben wir am wenigsten zu verweilen.Sammlungen derselben waren vorzüglich aus Großbritannien von I. Samuel^roß in London (IV. Nr. 130) und von C. F. Fitch aus Chelmssord (Nr. 8),uus dem Zollverein von Professor Nördling er in Hohenheim (Württemb. Nr. 11),aus dem westlichen Rußland von Kaufmann (Rußland 117), aus Portugal vonsichreren (Nr. 52 — 92) eingeliefert worden. Richard und John Harrison a»s Hüll (Nr. 6), zeigten eine beträchtliche Anzahl einheimischer und fremder Hölzerjr, in der auch bei uns schon früherhin gewählten Form von gebundenen Büchern,Wilson Saunders aus Wandsworth aber (Nr. 9), über 700 Arten. DieSammlung von Rob. Fauntleroy und Söhne in London (Nr. 135) enthieltNummern aus anderen Erdtheilen, meistens harte Hölzer für Dreher und Kunst-schreiner, einige auch zum Färben.
Unter den Schottischen Hölzern bemerkte man auch den Bohnenbaum oder Gold-igen, O^tisus Dabuinum, der seit 1596 in Schottland gezogen wird und dessenhübsches, der Glättung fähiges, braunes Holz mehr beachtet werden sollte. Diegroße Sammlung der Einfuhrgegenstände von Liverpool, Kl. XXIX. Nr. 249, schließtrn ihrer 12. Unterabtheilung ebenfalls eine Reihe ausländischer Nutzhölzer in sich.Andere Aussteller hielten sich in einer engeren geographischen Beschränkung.
Was die Britischen Besitzungen betrifft, so war aus Ostindien eine reicheAuswahl vorhanden, die großentheils von dem verstorbenen Botaniker Rorburgh,noch lebenden Dr. Wallich, Blundell, Obrist-Lieutenant Tulloch u. A.herrührte. Sie sind ohne Nummern in der Abtheilung Last Inäies aufgeführt,darunter befindet sich z. B. das Lingoa-Holz, welches eine schöne Politur annimmt,aus Singapore schon häufig in England eingeführt wird und auch von Almeidawnd Söhnen in Singapore ausgestellt war, (Illustr. Latai. S. 884 — 891).
Südafrikanische Hölzer wurden von der Mährischen Brüdergemeinde Gna-jnthal (Nr. 44) und von H. Dumbleton (Nr. 47) eingesendet, aber meistens fürB-agnerarbeit von Bäumen geringer Höhe.
Tacula-Holz von der Portugiesischen Kolonie Angola nebst mehreren andernHölzern war durch den dortigen Gouverneur, rothes Ebenholz durch C. I. Bück,üom Vorgebirge der guten Hoffnung geschickt.
Aus Kanada hat die Central-Kommisston zu Montreal eine bedeutende Zahl8»ter Hölzer geliefert, aus denen im Hauptgange des Gebäudes die hochaufgethürmtesogenannte Trophäe (lilust. katal. S. 966) zusammengesetzt war. Man fand hier^ B. das schöne Holz des schwarzen Wallnnßbaums (InZIans niZra), und nament-'ch Stücke von einem mächtigen alten Baume, der an der Erde 37 Fuß Umfangbitte. Die eine Diele ist 4 Fuß lang und 3^ Fuß breit. Dies Holz ist zum Aus-sen (Fourniren) vorzüglich brauchbar. Der Zuckerahorn (Xcer sacclmrmum, Engl .