§. 67. Gerbstoffe aus Rinden, Blättern und Früchten. 423
noch brauchbareres Heizmittel; namentlich wurden durch dieselbe in Amerika , undn-uerdings bei Moll in Brieg, welcher ein Patent auf eine solche Hnzvornchtung ge-nommen, die Dampfmaschinen für die in der Gerberei vorkommenden mechanischenVnrichtungen mit Vortheil geheizt.
II. Unter den Gerbstoffen aus Blättern trat der Snmach oder Schmach her-welcher aus den getrockneten und gestampften Blättern des in warmen Ländernwachsenden Hirschhornbaumes (klum Uoriaria) bereitet wird. Gebrüder Curtislegten solchen in Gestalt eines grünen Pulvers aus Sicilien. Auch waren Probenselben von Elhagc Alp Elmajboor aus Tunis eingesandt.
Der Snmach wird in Deutschland besonders zur Gerbung der guten, nicht fetti-ben Schaffelle, welche zum Saffian bestimmt find, so wie zum Angerben der zu hellenLedern für Galanteriewaaren bestimmten Kalbfelle verwendet; diese Felle würden durch^fertige Behandlung mit Eichenlohe zu dunkel, und zur Herstellung Heller und sar-Llger Leder ungeeignet werden. Die Kalbfelle werden dann später mit Eichenlohel'rtig gegerbt und gebleicht.
III. Die größte in der Natur vorhandene Konzentrirung der Gerbsäure ent-ölten verschiedene Baumfrüchte, so wie die holzartigen Auswüchse der Eichen,Gallapfel, Knoppern und Myrvbalanen.
Die Myrvbalanen sind die Früchte mehrerer in Ostindien wachsenden Bäume,Und daher nicht von gleicher Beschaffenheit.
Aonla-Beeren, cmblische Myrvbalanen (?ll^l!sntt>us ombliea, Lmbtic» okkci-aus Rajpootana, adstringiren stärker, wie die gewöhnlichen; blsraür (Dermi-alata), Lubora, 8akae,l mo88lee> llurrall (Dorminalia boltoriea), kam aus
d-irzapore.
Galläpfel oder Gallnüffe, von der südwestlichen Grenze Indiens ausgestellt,werden über den Persischen Meerbusen, aus denselben Gegenden, woher auch Europa Lch versorgt, nach Zndien eingeführt.^)
Granatäpfel-Sch aalen, Uarunelca guckl, Itastima koAvta (I'uniea Kranstum),
Vizagapatam. Tamarisken-Gallen, 8uir>rut ool Dsl (Damaris inclica), ausBombay und Lahore, zwei in mehreren Gegenden Indiens , wo sie häufig sind, ge-suchte Gerbemittel.
Dividivi oder Libidivi (8iligua Diviüivi), die dunkelbraune, fingerlange und»UNlenbreite Schote der in tropischen Ländern wachsenden koinoiam, coriaria, ltaes-^ pinin coriaria war aus Bengalen, aus Kalkutta (Dr. Falkoner) und von Eng-mchen Gerbern in ausgezeichneter Qualität ausgestellt. Der Werth dieses vorzeig-ten Gerbmittels, insbesondere zu solchen Häuten oder Hauttheilen, welche den ge-wöhnlichen Gerbmitteln widerstehen, und zur Mischung mit Eichenrinde sind in Deutsch-et längst bekannt. Da sich das Dividivi wegen seiner Fettigkeit und KlebrigkeitKüchen gewöhnlichen Mühlsteinen nicht gut mahlen läßt, so hat Kampfmeyer zu"lin dasselbe mit guten; Erfolge und mit Vermeidung alles Verlustes auf Bog-tdnsschm Mühlen (zwischen excentrisch fich bewegenden Eiseuplatten) vermahlen^ffen. ') Preis des Dividivi stellt sich in Berliner Drogueriehandlungen zu
Rthlr., 1852 zu 5^ Rthlr. für den Centner; an Gerbekrast übertrifft es diegewöhnliche Eichenlohe um das fünf- bis sechsfache, ohne jedoch die, von den Ger -
bei der Eichenlohe erzielte Gewichtserhöhung des Leders zu gewähren.
Die ebenfalls ausgestellte neue Art der Vaesalginir, Derce genannt, von' Sconce aus Chittagong eingesendet, hat man eben so wirksam gefunden.
Neben diesen Gerbstoffen waren in der Indischen Abtheilung damit gut und gar^gerbte Häute ausgestellt.
Chinesische und Aleppischc Galläpfel waren in der Englischen und IndischenTheilung zu sehen: beide, obwohl von sehr verschiedenem Ursprung, haben in