Band 
Erster Theil.
Seite
459
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§. 76. Thierische Fette, Talg rc. 459

Zellgewebe beim Schmelzungsprozeß verliert; und flüssige: Thran,Schmalzöl, überhaupt thierische Oele.

Nach dem Ursprünge unterscheidet man die Fette der Landthicreund Amphibien, der Wallfische und der anderen Wasserthiere,worunter das eigenthümliche krystallisirtc Fischfett, Wallrath, eine^sondere Betrachtung verdient. Weiter haben wir dann noch die Bie-gen wachse zu betrachten.

I. Talg und verwandte Fette der Landthiere und Amphibien.

Unter Talg verstehen wir das Fett grasfressender Thiere, insbesondere desAindviehs, der Schafe, Ziegen und Pferde. Ausgestellt war Talg von Indien, Süd-afrika, Neu-Süd-Wales, Ban Diemensland, dem Zollverein, Belgien, Türkei , TnnisUnd den Vereinigten Staaten .

Indien hat schon gute Arten von Talg nach England eingeführt, welche um10 Proz. billiger waren, als der, welchen England aus St. Petersburg erhält. Derbengalische Talg, neben der oben (S. 395) erwähnten Sammlung von Oelsäme-eeien, verlieh diesem Lande ein ganz besonderes Interesse für den Fettwaarenhandel.

Der Talgschmelzer und Seifenfiedermeister A. Palis zu Berlin , sandte nebenseinen Seifen auch gute Proben von Skistalg, den Ctr. zu 14 Rthlr., und Lichttalg,den Ctr. zu 15 Rthlr.

Aus Neu-Süd-Wales sandte Moses , Sohn und Davis ein Faß mit An-imalischem Schöpstalg, und ein zweites mit Ochsentalg aus der Siederei von Ben-jamin und Moses zu Sidney.

Der Schafstalg und das Schafsöl vom Kap bot ein besonderes Interesse dar.^ie Hausschafe auf dem Kap der guten Hoffnung unterscheiden sich von den unserendurch eine ungeheuere Fettmaffe am Schwänze, welche in manchen Fällen auf denBoden geschleift werden und Geschwüre bekommen würde, wenn man den Schwanzwcht an ein, auf zwei Rädern befindliches Brett befestigte, durch welche er nun weiter^fördert wird. Die Wolle dieser, auf dem Kap einheimischen Schafgattung hat wenigBlerth, und bildet in den Handelsnnternehmnngen nur einen unbedeutenden Artikel.Tue der Merinoschafe jedoch ist sehr gesucht und wird deren jährlich für einen WerthUo» ungefähr 25,000 Lstr. von den, Kaplande ausgeführt.

Talg aus Van Diemensland; der Aussteller behauptet, er wäre der ersteTOvesen, welcher Talg nach England ausgeführt hätte.

Il- Speck (larcl) war von England, Indien, Belgien, Spanien und Nord-uuierika ausgestellt. Der Seisenfabrikant Touche-Gilles aus Antwerpen zeigte^gleichen in Verbindung mit daraus gemachten Seifen.

III. Gutes Schafschwanzöl sandte R. Clarence aus der Kapstadt .

Ochsenpfotenöl und Schaffußöl sandte Van Diemensland.

Specköl (larel o!l) war von 6 Ausstellern Nordamerikas ausgestellt.

Die von den Herrn Cornelius und Comp. aus Philadelphia erfundenen"anipen, um Specköl zu brennen, sind sinnreich erdacht, und werden den Verbrauch,welcher schon jetzt nicht unbedeutend ist, noch mehr ausdehnen. Der KvstennnterschiedMischen Fruchtöl und Speck ist sehr groß, denn man hat durch Versuche bewiesen,daß ein Pfd. Speck eben so gut leuchtet und so lange brennt, wie eine halbe Kanne(12 Unzen) Fruchtöl. Das Pfund Speck kostete 4 Penny, das Pfund Fruchtöl^Penny, so ist das Speck 50 Proz. vortheilhafter, und wo, wie in den westlichenStaaten, das Pfund Speck 2 bis 3 Penny kostet, ist die Ersparniß natürlich größer.

Durch die Pressung wird der stüssige Theil, das Olein, von dem festeren Theile,ein Stearin, gesondert; der letztere wird als Material für die Lichtfabrikation ver-