602 VI. Klasse. Fabnkmaschmen.
Kamm gegen eine. im Kniegelenke eines Kniehebels sitzende Rolle, letztere befindetsich in horizontaler Lage, nnd schiebt den zum Aufpressen des Kopfes dienendenStempel gegen den an einem aufrecht stehenden Kegel befestigten Gegenstempel. Beider Garforthschen Maschine dagegen ist ebenso, wie bei dem Dampfhammer, das Prinzipdes direkten Dampfdruckes angewendet, indem der zum Pressen des Nietkopfes die-nende Stempel direkt mit dem Kolben eines Dampfcylinders verbunden ist; letztererist auf zehn Atmosphären prvbirt und hat 36 Zoll innern Durchmesser. Vergleichtman die Wirkung beider Prinzipe mit einander, so hat das erste den Vortheil all-mälig und bis zu einer bedeutenden Größe steigenden Druckes, der jedoch nur dannausgeübt werden kann, wenn beide gegeneinander zu bewegende Stempel bis zu einerbestimmten Entfernung einander genähert werden, während die Garforthsche Maschineden größten Druck auch ohne Jnnehaltung dieser Entfernung giebt, daher sich auchbei Kreuzstellen, wo eine etwas verschiedene Stärke der zu verbindenden Bleche statt-findet, ohne weitere Stellung anwenden läßt.
Von Schmiedseuern waren außer einem Amerikanischen Modell einerPatentschmiede von Perkins, an welcher die Anwendung einer Wafferform dasCharakteristische war, eine größere Anzahl transportabler Borrichtungen von Eng-lischen und Französischen Werkstätten aufgestellt. Unter den Englischen Ausstellungs-stücken ist zu erwähnen, die Vorrichtung zum Erwärmen der Nieten von I.Napier (Vulcan Foundry, Glasgow ) mit kreisförmiger Oberplatte, cylindrischemBlasbalg und Hebelbewegung; die Feldschmieden von Deane in London (für 2^ LstrZiW. Allday in Birmingham (mit Schraubstock versehen); Linley, Thomas undSöhne von Sheffield (im Gewicht von 140Psd.); John Collingwood Onionsvon Birmingham (mit Schraubstock versehen), welche durchgehends entweder vier-seitige oder cylindrische Blasebälge und Hebelbewegung hatten; die transportableKavallerieschmiede von Barrett, Erall und Andrews aus Reading, bei wel-cher der ein Centrifugalgebläse umschließende Blasbalgkasten durch ein Charnier mitdem Heerd verbunden und beim Transport auf denselben umgeschlagen werden konnte,und die transportabel» Heerde mit Ventilatorgebläse von B. Hick und Sohn inBolton, bei denen die Bewegung des Gebläses von einer Kurbel aus erfolgt, derenUmdrehungsgeschwindigkeit durch ein Differentialgetriebe verdoppelt nnd dann durchSchnurscheiben weiter vervielfältigt wird. Das eine Eremplar, für Zwecke derArtillerie bestimmt, hatte ein Gewicht von 180 Pfd.
Die tragbaren Schmiedfeuer des Mechanikers Edme Cnfer in Paris warentheils mit runden in Blechcylinder eingeschlossenen Leder-, theils mit Centrifugal -blasbälgen versehen und der Heerd entweder über oder neben dem Blasbalgcylinderangebracht; der Preis derselben geht von 110 bis 280 Frs., sie haben eine bedeu-tende Verbreitung in Frankreich bei Eisenbahnen, in mechanischen Werkstätten undzu mannigfachen anderen Zwecken gefunden.
K. 151.
Vorrichtungen zum Messen und Justiren.
Soweit diese Vorrichtungen in das Gebiet der Werkzeugmaschinen und in dievorliegende Klaffe fallen, sind hier die Meßmaschine, die Abrich tplatten unddie Normalmaße aus der Whitworth scheu Werkstatt zu erwähnen. Die Meß-maschine, über welche Berichte in Englischen Gesellschaftsschriften bereits znr Ver-öffentlichung gelangt sind, beruht auf dem Prinzip der Mikrometerschraube, welcheso lange verstellt wird, bis Berührung mit dem zu messenden Gegenstände und ent-