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VII. Klaffe. Bürgerliche Baukunst.
§. 173 . ' >
Oberbau.
Der Konstruktion des eigentlichen Oberbaues, als denn wesentlichsten Theile dckganzen Bahn, ist überall die größte Sorgfalt gewidmet. Ein auffallender Unterschff"gegen die bei den Deutschen und Belgischen Bahnen übliche Konstruktion befielst ^der Anbringung des Bettungsmaterials.
Bei der Mehrzahl der Deutschen Bahnen ist im Planum ein Einschnitt jssb>'det, in welchem eine schwache Kicsschüttnng von leichtem Material unter den Sch>"^len angebracht ist. Die Ausfüllung zwischen den Schwellen ist häufig mit w'wschlechterem Material bewirkt, die Bankette bestehen oft aus fester Erde, in welcheeinzelne kleine Durchstiche angebracht sind, um die Entwässerung zu bewirken.
Regulären und Stopfen der Schwellen mischt sich Kies und Erde, das Wasser ble>Vin dem Einschnitt stehen und ein so konstrnirter Oberbau bleibt selbst bei sonst tM'tiger Ausführung nur kurze Zeit in der richtigen Lage, bedarf daher häufig ^Nacharbeit. Bei nasser Witterung und Frost wird dessen Befahrnng aber oft sieunsicher, zumal im lehmigen und quelligeu Boden. Die Beschaffung von g»t^
Kies in hinreichender Menge unterliegt allerdings oft sehr großen und fast unübck'steiglichen Hindernissen.
In England ist dagegen in den mehrsten Fällen auf dem konver gebildetennum eine mindestens 1 Fuß hohe Lage von gutem Bettungs-Material aus Küoder geschlagenen Steinen, Schlacken, gebrannten Thonstücken rc. bestehend gebil^'welches über die Enden der Schwellen oft nur wenig hinausreicht.
Eben so wird die Ausfüllung und resp. die Bedeckung der Schwellen mit de>"'selben Bettungs-Material bewirkt. Die Bildung eines Banketts in der Höhe ^Schwellen findet in den mehrsten Fällen nicht statt. Die Entwässerung erfolgt b>-dieser Konstruktion stets in der vollkommensten Weise und das Bettungs -Mat"'^bleibt stets rein und unvermischt. Die Bildung und sorgfältige Regulirung ^ jBankette muß auch in der That als etwas nicht nur nicht Nothwendiges, so»d^als etwas Schädliches betrachtet werden, da dieselben selbst bei der sorgfältig!^Ausführung die Ableitung des Wassers von den Schwellen beeinträchtigen müfsiw
Die sehr feste und ebene Beschaffenheit des Oberbaues der Englischen Bahst^muß vorzugsweise dieser Bauart zugeschrieben werden; wobei noch zu bemerken ^daß auf Regulirung und sauberes Ansehen des Planums überhaupt in der Reg^sehr wenig, dagegen auf richtige Lage der Schienen desto mehr Sorgfalt verwebwird. In der Regel werden die Schwellen an der Außenseite der Schienen zieMÜ 'bis zur ganzen Höhe und auf der Innenseite bis znr Flanschhöhe der Räder vvständig mit Kies bedeckt, so daß weder von den Schwellen noch von den StüWetwas sichtbar ist. Die Bedeckung der Schwellen hat also bei 5 Zoll hohen Stst^ >
schienen außerhalb eine Höhe von etwa 6 Zoll, innerhalb von 5 Zoll. Für !
Art der Schwellen-Bedeckung läßt sich nicht ohne Grund eine Vermehrung der sisi^Lagerung der Schwellen anführen und bei einem so durchlässigen reinen Deck-M"^ !rial, bei welchem der Niederschlag ohne Ansammlung an einzelnen Punkten bis adie Planums-Oberfläche gelangt, wo derselbe auch ungehinderten Abzug nachGräben findet, wird die Bedeckung für die Dauer der Schwellen mindestens u> ^nachtheilig sein. Wenn aber bei den Deutschen Bahnen mit oft nur 3^ Zoll h§^breitbasigen Schienen eine Bedeckung von leichtem unreinem und undurchlässig^Material bewirkt wird, so kann dieselbe nur die Wirkung haben, die Fenchtig ^nach den Punkten der Schwellen zu leiten, wo die Schienen aufliegen, und es wi