648 VII. Klasse. Bürgerliche Baukunst.
Moole gebaut. Der Wagen, auf welchen die Schiffe gestellt werden, ist 200 Fußlang; derselbe ist am vordem Ende 2 Fuß, am Hintern 7 Fuß hoch; zu dessen Unter-stützung dienen 6 Geleise aus sehr starken Schienen, welche eine Gesammtlänge vc»750 Fuß haben. Die Geleise sowohl wie die schweren Zahnplatten zwischen denjkl-den, in welche die am Wagen angebrachten Sperrstützen eingreifen, ruhen auf starkeWerksteinsundameutcn. So weit die Geleise unter Wasser liegen, um dort den Wa-gen unter die Schiffe zu fahren, wurden starke Bollwerke zur sicheren Führungden Seiten aufgestellt.
Zum Aufwinden der Schiffe dient eine mehrfach vorgelegte Dampfmaschine v>»25 Pferdekräftcn. Das große Rad, welches die zur Aufwindung der Kette ohMEnde bestimmte Trommel bewegt, hat 0 Zoll breite Zähne und 5zöllige Theilung-Die Rammarbeiten im Wasser wurden von der Moole aus mittelst mehrerer dur4eine Dampfmaschine und Seil-Leitungen in Bewegung gesetzter Rammen bewirb'Der Hafen wurde mittelst Dampfbagger vertieft.
Die ganze Anlage wird für Rechnung des Herzogs von Buckleugh ausgeführt-
Die Königlich Sächsische Eisenbahn-Direktion zu Dresden hatte 2sehr schätzbare Modelle eingesendet: nämlich das Modell der Uebcrbrückung desGöltzsch-Thals auf der Sächsisch-Bayerischen Bahn in gZz der natürlichen Größe,und ein Modell der Ueberbrückung des Elsterthals auf derselben Eisenbahn, ebenfallsim Maaßstabe von gß; der natürlichen Größe: die Darstellungen geben ein würdigesZeugniß, daß auch die Deutsche Baukunst die großartigen Aufgaben, welche ihr durchden Bau der Eisenbahnen in unseren Tagen gestellt sind, würdig zu lösen vermag.
Breitbasige Schienen wurden in den befahrenen Bahnen nicht bemerkt undBrückschienen nur auf der Great-Western-Bahn.
§. 174 .
Einrichtung der Bahnhöfe.
Die Englischen Bahnhöfe werden gewöhnlich in drei Klaffen getheilt. Zur erste»Klasse gehören die Endstationen, die Stationen wo sich mehrere Hauptbahnen ver-einigen, oder wo sehr große Städte an der Bahn befindlich sind. Zur zweiten Klafftgehören die Stationen bei mittleren Städten, desgleichen die, wo sich weniger wich-tige Bahnen abzweigen. Zur dritten Klaffe gehören die gewöhnlichen Durchgangs-Stationen bei kleinen Orten, wo die Schnellzüge, häufig auch die Postzüge nicht an-halten. Die Stationen der ersten Klaffe sind möglichst in die großen Städte hin-eingelegt und dort der Lokalität angepaßt. Diese Hanptstationen haben immer groß^ganz bedeckte Personenhallen. Güter und Betriebs-Stationen sind in vielen Fälle»getrennt von den Personen-Stationen angelegt. Die Stationen zweiter Klafft,welche immer zugleich Durchgangs-Stationen bilden, haben zu beiden Seiten By-rons, und bei großer Frequenz sind alle Räume, die zur Expedition und zum Kom-fort des Publikums gehören, auf beiden Seiten ziemlich in gleichem Umfange ange-legt, so daß gleichzeitig an beiden Perrons durchgehende Züge erpedirt werden kön-nen, ohne daß irgend eine Störung stattfindet. Auch auf den Stationen zweiterKlaffe sind, besonders bei den neueren Bahnen, mindestens die Perrons und in derRegel auch die zunächst an denselben liegenden Geleise bedeckt. Die Stationen drit-ter Klaffe haben ebenfalls auf beiden Seiten Perrons zum Ein- und Anssteigen derin beiden Richtungen reisenden Passagiere, die Erpeditions-Räume befinden sichdoch nur an einer Seite, aber auf der anderen Seite sind in der Regel kleine be-deckte Hallen angebracht, unter denen sich die Passagiere heim Herannahen des Zu-ges vor dem Einsteigen aufhalten können.