Band 
Erster Theil.
Seite
660
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tzgo Vlil. Klasse. Schiffe, Waffen und Ausrnstungsgegenstände.

Was die Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Baues anbelangt, ffkommt dem Schiffbau in Großbritannien die reiche Auswahl und diegroße Wohlfeilheit des metallenen Schiffbaumaterials — Eisen, Messingund Kupfer — sehr zu statten; indessen weiß man auch an der Osi-und Nordsee recht wohl, einem Baue Dauer und Festigkeit zu geben.

An der Nordseeküstc, wo sämmtliches Schiffbau-Material fast ab-gabenfrei ist, konkurrirt man im Schiffbau auch bereits mit großemVortheil mit den Engländern.

Ein anderer Punkt, der den Schiffbau und die Rhederei nahe be-trifft, ist die Schiffsvermessung, nach welcher die Hafenabgaben be-rechnet werden; da die bisherige Vermessungsmethodc in den Preußi-schen Häfen für die einheimischen Schiffe ungünstig war, so ist eineRevision derselben von der für die Forderung dieses wichtigen Zweigesder Industrie eifrig bemühten Verwaltung, welche den vaterländischenSchiffbau bereits durch ansehnliche Prämien befördert, eingeleitet.

Mangelhaft, sowohl an dcr Dstsee- als an der Nordseeküste, st»bauch noch die Vorrichtungen, die die Reparatur der Schiffe erleichternsollen und dazu nothwendig sind. Zweckmäßige Dockvorrichtungen sindan den Deutschen Küsten noch nicht vorhanden; jedoch sind auch Psolchen wichtigen Einrichtungen Verhandlungen im Gange.

Im Bau von Flußdampsschiffen konkurrirt man am Rhein bereitssehr Vortheilhast mit England. Zu wünschen wäre nur, daß man dort,wo schon so viel Rühmliches in diesem Zweige geleistet ist, noch etwasmehr Fleiß auf die Ausführung der Schiffsmaschinen verwendete.

Z. 180.

Modelle von Kriegs- und Handelsschiffen, auch Dachten.

Wir erwähnen zuerst der Modelle von Kriegsschiffen. Diese Ausstellung um-faßte einen nicht unbedeutenden Theil der gesammten Englischen Kriegsflotte, undgewährte es zunächst ein besonderes Interesse, die älteren und neueren Konstruktionenmit einander vergleichen zu können. Von den einer früheren Periode ungehörigenSchissen war besonders interessant ein Modell des Ilo/al 8overeiAn, gebaut in WoM-wich 1637, welches damals als das vorzüglichst gebaute Kriegsschiff der Englischen Flotte galt. In der äußeren Form unterschied es sich von den neueren Kriegsschiff«"durch einen flacheren Boden, war dabei vorn sehr stumpf und nach hinten außeror-dentlich breit gebaut. Gallion und Spiegel waren aufs Reichste mit Figuren undSchnitzwerk verziert, während in der neueren Schiffsbanknnst in Farben sowohl aMFormen die höchste Einfachheit beobachtet wird. Wie die äußere, so war auch d>«innere Struktur in früheren Zeite» schwerfälliger und unbequemer, und namentlichbedurfte es eines weit größeren Aufwandes von Baumaterial, um die gleiche Fest>Mkeit des Schiffskörpers zu erreichen. Außer dem ko)-sl 8overeiAn gewährt das Mo-dell des Kreat Ilzrr^ Interesse, welcher unter Heinrich VIII. erbaut ward.

Die neueren Konstruktionen waren am besten dargestellt in den herrlichen, vonder Britischen Admiralität eingesandten Kriegsschiff-Modellen. Besonders schön undlehrreich wären die Darstellungen von 5 Linienschiffen der Britischen Marine, nach