Band 
Erster Theil.
Seite
662
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662 Klasse. Schisse, Massen und Ausrüstungsgegenstände.

Aus Mecklenburg hatte W. Meyer aus Warncmünde ein Schiffsmodell ein-gesandt, aus verschiedenen grünen Hölzern gefertigt, mit holzsaurem Eisen konscr-virt. Bufe und Sohn in Mitzebüttel bei Hamburg hatten schone Modelle undZeichnungen eines Barkschiffes und einer Brigg eingesandt.

Auch Frankreich, Belgien und einige andere Länder hatten einzelne Schiffs-modelle ausgestellt, die aber nichts Beachtenswertstes boten.

Ein Modell zu einem Kauffahrteischiffe von Bilbe n. Comp. in London (Nr. lHd. Kat.) veranschaulichte die neuere, auch von einigen Deutschen Schiffbauern auf-genommene Konstruktion, wonach nämlich die Rippen nicht pcrpendikulär und untereinander parallel laufen, sondern nach oben konvergiren und diagonale Richtunghaben. Diese Bauart soll die Solidität des Schiffskörpers wesentlich fördern.

Scott Rüssel hatte Modelte ausgestellt, welche die auf die Prinzipien derWellenbewegung gegründete normale Konstruktion und Form eines Schiffes vera»-schanlichen sollten.

Sehr interessant war ein Modell, welches das gestrandete große transatlantischeDampfschiff Kreat vritaiu darstellte, nebst den großartigen Hebevorrichtungen, diemit Erfolg angewendet worden sind, um es wieder flott zu machen.

Wegen außerordentlicher Schönheit der Ausführung ist noch das von I. 2l-Clarke in Birkenhead gearbeitete 8 Fuß lange Modell eines Dampfschiffes mitMorganschen Schaufelrädern zu erwähnen, und demnächst das Modell des Jupiters,eines zwischen London und Gravesend fahrenden, seiner Schnelligkeit halber berühm-ten Paffagicrschiffs aus den Werkstätten der renomirten Firma: Miller, Raven-still und Comp.

I. Grantham aus Liverpool statte ein eisernes Schiff mit Holzbeschlag aus-gestellt, Tripper und Carrs dagegen ein hölzernes, das, statt mit Kupfer, mitgalvauisirtem (verzinktem) Eisenblech beschlagen war. Die Dauerhaftigkeit dieses Be-schlags muß sehr bezweifelt werden.

Interessant war eine sehr vollständige Ausstellung von Fahrzeugen für die See-fischerei, von dem kleinsten tragbaren Fischerboot an bis herauf zu großen SchraU-bendampfschiffen für den Wällfischfang, niit allen nöthigen Geräthschaften und Ans-rüstungsgegenständen bis zu den kleinsten Einzelheiten herab, versehen. I. Gradaus Newhaven hatte ein besonders schönes Modell eines Südsec-Wallfischfängersausgestellt. Außerdem zeichneten sich aus: die Boote, Luggers und Dampfschiffe f>ÜKüsten - und Tiefseefischerei von I. E. Sannders, I. und T. W. Semmcnsund G. Tutt. In Geräthschaften für die Seefischerei, Netzen, Leinen, Angelhaken»',erwähnen wir der Ausstellungen von I. For, I. I. Groom und Alex. Birnieiferner von I. Greener n. A. kleine Geschütze, um Wallfische zu harpuniren.

Der bekannte Lo)-al IRames Ulit-KIubb hatte eine vollständige Sammlungvon Modellen seiner für Vergnügungs- und Wettfahrten bestimmten Fahrzeuge ver-anstaltet. Die neuesten Schiffe dieser Art baut man nicht blos mit äußerst scharfemVordertheil, sondern anch mit stark ansteigendem Kiel, so daß der Tiefgang vornweit geringer ist, als beim Hintersteeven.

Wegen vorzüglicher Ausführung ist hier noch'das von D. Harvey in London prachtvoll gearbeitete Modell der Königs Nacht Viktoria und Albert hervorzuheben.

N Wenige Besucher der Ausstellung werden es versäumt haben, dieses kolossalSchiff in den voclc-^arüs von Wvolwich zu beaugenscheinigen. Es erhält 130 Ka-nonen, also mehr, als irgend ein Kriegsschiff seither führte, darunter 34 68 Pfänder.Seine Länge beträgt 262 Fuß, die äußerste Breite 61 Fuß, der Tiefgang 25 Fnß,der Gehalt 3,462 Tonnen.

2) Dies war auch die Bauart der Amerikanischen Dacht, welche im August 185kbei der großen Wettfahrt des Nachtgeschwaders um die Insel Wight über alle Eng-lischen Fahrzeuge den Sieg davon trug.