§. 193. Die Schweiz. 8- 194. Oesterreich und Italien . 697
hatte 60 Centimeter Durchmesser und wog leer 468 Kilogr., gefüllt über 500 Kilogr.Der Mörser selbst wog 7000 Kilogr. Jeder Schuß kostete gegen S00 Frcs.
Die Fabrikation der blanken Waffen wird in Belgien in verhältnißmäßig ge-ringer Ausdehnung betrieben. Von dem Wenigen, was hierin ausgestellt war, haben'"ir nur einen schönen Türkischen Säbel mit Damastklinge im Preise von 300 Frcs.^ erwähnen, der von A. Jausen in Brüssel herrührte.
') Die Preise und sonstigen Angaben über die Absatzorte u. s. w. verdankt Re-lerent den direkten Mittheilungen der Herren Ancion u. Comp. Die Preise sind loco^üttich niit 4 Prozent Sconto verstanden.
Daß Faliffe und Trappmann eine ehrende Anerkennung für ihre Zündhütchen»U Theil ward, billigt der Berichterstatter vollständig, hätte aber die um diese Fabri-^tion hochverdienten Deutschen Firmen Dreyse und Collenbusch, sowie Sellier und'öellot der gleichen Auszeichnung würdig erachtet.
hatte einige gut und elegant gearbeitete Büchsen geliefert, worunter insbesondere dieArbeiten von I. Bannst aus Lausanne , F. Jeannet aus Locle und V. Sauer-örey in Basel hervorzuheben sind. Das Land hat wenige Waffenfabriken, nur inletzten Jahren wurden Militairgewehre in größerer Zahl in Zürich angefertigt.Die Zähl der Büchsenmacher, welche gediegene Arbeit liefern, ist jedoch nicht klein.Das Schweizerische Eisen, namentlich das Jurasche, eignet sich ganz vorzüglich zur^ewehrfabrikation, und ging unter Napoleon zu diesem Zwecke in großen Quan-illäten nach Frankreich. Die Schweizer halten in der äußeren Form, namentlich desZügels, Kolbens ic. eine eigenthümliche Geschmacksrichtung fest, welche an die Rad-schloßbüchsen des 17. Jahrhunderts erinnert; wir finden dieselbe etwas steif und
schwerfällig.
§. 194.
III. Oesterreich und Italien .
Auch die Oesterreichische Massenfabrikation war verhältnißmäßig schwach ver-beten, und fast nur durch Prag repräsentirt.
Vor allem zeichnete sich von Deutscher in Brünn eine Tyrolerbüchse aus, linksbeschäftet, das Rohr faponnirt und fein polirt. Der Hahn war nicht diesseits, son-ern jenseits des Pistons angebracht, schlug also nach vorn über; einen Zweck dieserTeuerung vermögen wir nicht zu finden. Die Struktur des Kolbens war etwasschwerfällig, dennoch das Ganze geschmackvoll und von feinster Ausführung in den^Nzelnen Theile».
Eine schöne Doppelflinte von A. V. Lebeda in Prag zu 350 Fl. verdientb^ichfallz Erwähnung und war, wenn auch weniger reich, doch mindestens ebens° geschmackvoll ausgeführt, als ein Doppelgewehr von F. Nowack in Prag zum. bpelten Preise. Sehr schön war auch eine Doppelflinte zu 200 Fl. von J. KirnerPesth mit besonders seinen Läufen in Türkischen , Damast, die übrigens wohl nebst°»en von Lebeda aus Lüttich stammten.
.. In Pistolen hatte A. C. Kehln er's Neffe in Prag etwas Meisterhaftes gelei-
namentlich verdient das von Worlineck ausgeführte Schnitzwerk der elfenbei-Kolben der rühmendstm Erwähnung und muß als eine hohe Kunstleistung