Band 
Erster Theil.
Seite
698
JPEG-Download
 

698 VIH- Klasse. Schiffe, Waffen und Ausrüstungsgegenstänbe.

bezeichnet werden. Der Preis von 300 Lstr., Etni und Zubehör eingeschlossen, warübrigens auch sehr hoch.

Im Uebrigen sind noch zn erwähnen die Büchsen, Flinten und Pistolen vonMeyer und Comp. in Jnsbruck und Giov. Micheloni in Brescia .

Zündhütchen waren von der rühmlichst bekannten Firma Sellier und Bellstin Prag ausgestellt. Sie gründeten 1825 die erste Fabrik dieser Art in Deutschland und errichteten auch 1829 eine zweite in Schönebeck bei Magdeburg . Sellier undBellot fertigen jährlich gegen 500 Millionen Kupferhütchen.

Die Anfertigung der blanken Waffen betreffend, so ist Oesterreich hierin nichtweit vorgeschritten, obgleich es in seinem Steycrischcn Stahl einen vorzüglichen Roh-stoff besitzt nnd obgleich die Lombardei vor Jahrhunderten schon in der Massenfabri-kation sich großen Ruf erworben hatte. Die Einfuhr von Solinger Klingen ist na-mentlich in letzter Zeit im Wachsen.

A. Preiß aus Prag war der Einzige, welcher eine etwas größere Auswahl vonSeitengewehren ausgestellt hatte, zum Theil mit Klingen Solinger Ursprungs. DasSchnitzwerk der Griffe bildete den schönsten Theil der Verzierungen. Besonders künst-lich, ohne jedoch einen entsprechenden Effekt zu machen, war ein kurzer Degen in an-tikem Styl, dessen Griff, Hest und Scheide aus Elfenbein bestanden, mit Schnitzwcrkganz bedeckt.; die Scheide war aus dem Ganzen gearbeitet. Der Preis war ver-hältnißmäßig sehr billig, er betrug 65 Fl. Conv. M.

Bon F. Ridler in Spital am Pyhru waren einige Damascenerklingen aus-gestellt im Preise von 10 bis 16 Fl. Conv. M.

Aus Italien war ein Degen von S. Mariotti in Pontedera (Toskana )ausgestellt, mit einem wundervoll gearbeiteten Griff. Auch eine Doppelflinte vonMazza verdient ehrender Erwähnung.

IV. Frankreich, Spanien, Portugal .

8 . 195 .

Französische Schußwaffen, Zündhütchen, Geschosse.

Die Ausstellung Französischer Waffen beschränkte sich im Wesentlichen auf dieRepräsentation der Pariser Industrie, deren Charakter sie getreu wiedergab. Der-selbe bezeichnet sich am besten durch die einfache Angabe, daß von den ausgestellte»Gewehren das allergeringste noch den Preis von 200 Frcs. hatte. Eine Doppel-flinte zn 500 FrcS., eine Pistole zu 400 Frcs. gehören in Paris zu den ganz kurreute»Sorten. Was Geschmack und Pracht anbetrifft, immer mit Feinheit darauf berechnet,jeden reich oder kunstvoll gearbeiteten Theil auch gehörig hervortreten zu lassen, i"übertraf die Französische Waffenansstellung ganz unzweifelhaft alles, was Englandund der Zollverein hierin geleistet hatten und zwar offenbarte sich dieses Uebergewichlnicht etwa blos in einzelnen Prachtexemplaren, sondern in dem ganzen reichen En-semble einer äußerst vollständigen Sammlung. Dabei ist übrigens zu bemerken, daßdas Uebergewicht der Eleganz und Pracht erst auf dem Niveau begann, wo dieFranzösischen Preise über die der genannten Länder hinausgingen. Die Französisch^Lurusgewehre waren nämlich mit Ausnahme vereinzelter Exemplare aus Belgien »ndSpanien die theuersten auf der Ausstellung und selbst unverhältnißmäßig theurer alsdie Englischen.

In speziellem Vergleich mit dem Zollverein, der wie Frankreich mit unbedeu-tenden Ausnahmen auch nur Lnruswaffen ausgestellt hatte, gestattete die Ausstellunginteressante Schlüsse auf die Grundlagen und Bedingungen, welche hier und dort ffu'