Band 
Erster Theil.
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Z. 195. Französische Schußwaffen, Zündhütchen, Geschosse. 699

eigentlichen Luxusindustrie«, gegeben find. Der Zollverein wies 22 Ausstellervon Feuerwaffen auf; ihr Werth belief sich dem Preis-Katalog zufolge auf 7,450 Rthlr.,was auf einen Aussteller 324 Rthlr. macht; der höchste Betrag, womit sich eineinzelner Aussteller betheiligt hatte, war 825 Rthlr. In Frankreich dagegen betrugbei einer Zahl von 23 Ausstellern (also unr einer mehr als im Zollverein) der WerthSegen 180,000 Frcs., was 7,826 Frcs. oder 2,087 Rthlr. auf einen Aussteller aus-macht, folglich den (^fachen Betrag wie im Zollverein. Die höchste Betheiligungeines einzelnen Ausstellers stieg bis zu 24,600 Frcs. oder 6,560 Rthlr., also unge-fähr das 8fache des Meistbetheiligten im Zollverein. Während drei Viertheile derzollvereinsländischen Aussteller nur mit einem Gewehr oder einem Paar Pistolen aufder Ausstellung erschienen waren, präscntirte jeder der Französischen Aussteller einereiche Auswahl von Waffen, woraus sich aus den ersten Blick der Schluß ziehenwß, daß die Anfertigung von Luruswaffen in Frankreich ganz anders fituirt sei alsM Deutschland. Ja man wird mit Sicherheit behaupten können, daß es im Zoll-^rein schwerer hält und länger dauert, diese Luruswaffen im Betrage von 7,450 Rthlr.^zusetzen, als in Frankreich für 180,000 Frcs. Die uns glaubwürdig versicherteThatsache, daß mehrere der preiswürdigsten und schönsten unter den ausgestelltenMreinsläudischcn Gewehren bereits 6 Jahre und länger auf einen Käufer warten,bestätigt jene Annahme. Der Hang zum Lnrus und die Geldmittel, diesem Hange»achgeben zu können, sind in Frankreich ganz bedeutend größer als in Deutschland .Diese Umstände wirken auf die Verhältnisse der Luruswaffenfabrikation in der Artturücs, daß sie sich in Deutschland nur ausnahmsweise über das Niveau des Handwerks-ober Einzelbetriebs erheben kann, während sie in Frankreich in großartigem Maaß-fiabe mit Hülfe bedeutender Kapitalien und unter Vereinigung großer technischer undkünstlerischer Kräfte ausgeübt wird. Aber nicht blos, daß Frankreich eine große An-iahl sp bedeutender Etablissements, die Luruswaffen anfertigen, besitzt, wie Deutsch-land vielleicht nicht ein Einziges hat, sondern es tritt noch der günstige Umstandb^nzu, daß sich fast alle diese großen Etablissements in Paris konzentrirt finden.Wie werden hier die Talente und Kräfte des Einzelnen unterstützt, um sich in tech-Pscher und künstlerischer Beziehung zur höchsten Stufe auszubilden und welche sub-Mive und objektive Schwierigkeiten liegen umgekehrt dem Deutschen im Wege, dergleiche Stufe erklimmen will. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß sichMischen dem Zollverein und England eine ganz ähnliche Parallele ziehen ließ. Da°wse Verhältnisse aber nicht blos auf einen Fabrikatiouszweig, sondern überhaupt"af die ganze Lage und Gestaltung der nationalen Industrie ihren Einfluß üben,fo wird die Rücksicht hierauf namentlich in Bezug auf den Zollverein dahin führen,b^ß man sich nicht durch die glänzendere Erscheinung anderer Nationen zu einem^günstigen Urtheil über die eigene Industrie und über die subjektiven LeistungenUnserer Industriellen verleiten läßt und daß man Resultate nicht für entmuthigendbült, die in der That zufriedenstellend sind. Die Industrie eines Landes kann nichtabstrakt und außer Verbindung mit den in den Geld- und GewerbsverhältniffenSPebenen Bedingungen aufgefaßt werden. Namentlich aber wird die Lage der meistenUrus-Jndustrieen stets ein treuer Nester der Verhältnisse des eignen Landes, derjäheren Umgebung bleiben. Bei den Waffen speziell wird dies schon durch die hoheniwlle oder Einfuhrverbote, denen sie in den andern Staaten unterliegen, ganz natur-Semäß bedingt; aber selbst den gänzlichen Wegfall aller solcher Zölle vorausgesetzt,äürd doch nur ausnahmsweise die Industrie eines Landes eine Gestaltung annehmen,^Ucher der Lnrus eines andern Landes znr Grundlage dient.

Die Einfuhr in Frankreich betrug in Privat-Feuerwaffen (Militairwaffen sind

"r°hibirt):

1836 49,305 Kil. 1843 26,989 Kil. 1848 21,683 Kil.

^ kommt zu mehr als ^ mit Belgien .