Band 
Erster Theil.
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701
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§. 195. Französische Schußwaffen. Zündhütchen, Geschosse. 701

^sajor Uyy Klaproth angestellt. Veranlassungen zur Verwendung solcher GeschosseDürsten jedoch in der Praxis des Privatwaffengebrauchs nicht häufig sein. Noch sind^ prachtvolle Pistolen von Devisme zu erwähnen, zu 5000 Frcs. mit Etni und Zu-behör, die Garnitur in ciselirtem Silber und mit schön gravirten Läufen.

Die prachtvollste Arbeit in Pistolen war unstreitig von G. Houllier ausParis . Mit Kästchen und Zubehör ward allerdings der enorme Preis von^0,000 Fres. für das Paar gefordert; allein Pracht nnd Geschmack waren hier in"" That auch bis zu einer selten erreichten Höhe gesteigert. Die Garnitur bestandaus Silber, die Einlagearbeit in Gold und Platina , die Ciselir-, Graveur- undSchnitzarbeit war unübertrefflich. Das Kästchen in Ebenholz bildete für sich einwahres Kunstwerk der Bildschnitzern.

Nächst den Houllierschen machen zunächst Anspruch auf Bewunderung diePcholen von Gastinne-Renette und von Ganvain aus Paris , in ernstem, demgähnten Gewehre von le Page annäherndem Styl gehalten, die Kolben von^iwnholz, die Läufe matt geätzt, dabei fein gefalzt und die Rippen an beiden Endenbs Laufs zu Verzierungen in gothischem Geschmack verschlungen. Die einzelnePistole von Gastinne kostete 3,500 Frcs. Die Ganvainschen zeichneten sich naiiient-*ch durch die Verzierung der Abzngsbügel und des Kolbenbeschlags in reichem,Eaustvoll verschlungenem und ciselirtem Ast- und Laubwerk, dessen matte Eisen-iürbe sich prächtig auf dem dunkeln Ebenholz ausnahm.

Noch find zu erwähnen die reich gearbeiteten Salonpistolen nnd Karabiner vonGastinne-Renette nnd Flobert aus Paris , deren Ladung nur durch ein großesZündhütchen, in das eine Spitzkugel eingelegt ist, gebildet wird. Der Lauf ist hintenbistti; durch Zurückziehen des in der Richtung der Seelenachse wirkenden Hahnes^ird das Einbringen des Hütchens in den Lauf ermöglicht. Der Verschluß bildetÜch von selbst durch den aufschlagenden Hahn, der zu diesem Ende mit einem ent-sprechenden Kragen versehen ist. Bei stärkeren Gewehren derselben Gattung ist derHahn übrigens mit einer Sperrfeder versehen, welche verhindert, daß derselbe durchWirkung der Erplosion zuriickgeschleudert werde; durch das Anfassen des Hahnskim Aufziehen wird alsdann diese Feder gleichzeitig zurückgezogen, so daß sie hieranrüchl hindert-

Jn Bezug auf die Sicherung der Gewehre gegen ein unfreiwilliges Losgehen'ü noch im Allgemeinen zu bemerken, daß die Franzosen ganz im Gegensatz zu denMannigfaltigen Konstruktionen der Engländer jede derartige Vorrichtung weglassen,sicherlich sind sie damit auf einem weit vernünftigeren Wege als die Engländerihren zahllosen Systemen von künstlichen Sicherheiten. Die Franzosen suchendagegen eine Art Sicherung für die Mittelruhe darin, daß dem Hahn nur ein ganzberinge Auszug bis zu dieser Ruhe gegeben wird; aus dieser Stellung, etwa nurvom Pisten entfernt, würde ein Schlag des Hahns nicht die Kraft zur Ent-zündung des Hütchens haben.

Houllier hatte auch zwei Gewehre ausgestellt, im Aeußeren ganz einfach ohneb>e mindeste Verzierung und dennoch jedes im Preise von 3,400 Frcs. Die Ursache^9es hohen Preises lag in dem Ueberzug der inneren Wände des Rohrs, der ausPatina bestand, zum Zwecke einer Verhütung der Oxydation. Abgesehen davon,bü dieser Ueberzug, namentlich in der Pulverkammer, stets mit dem Rohr dicht ver-biuigt bleiben würde, dürfte hier doch die Kostspieligkeit des zur Verhütung eines^chtheils angewandten Mittels etwas zu sehr außer Verhältniß zu dem Grade^°ses Nachtheils stehen, als daß selbst der höchste Lurus eine solche Verschwendung^ehtfertjgen könnte.

A. Caron in Paris hatte zum Preise von 5000 Frcs. ein Doppelgewehr in^Ui ausgestellt, in höchster Vollendung gearbeitet, mit Reliesverzierungen in Silberünd Gold, welche einen reizenden Effekt machten, namentlich eine im Kolben ringe-