Band 
Erster Theil.
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703
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§. 195 . Französische Schußwaffen, Zündhütchen, Geschosse. 703

^^steht; der Stift verhütet zugleich, daß die Patrone bei einer Senkung des Ge-^°hrs aus dem Lauf fällt Auf diesen Stift schlägt nun der Hahn gerade wie sonstauf den Piston und entzündet so das im Pulverranm liegende Hütchen. Die Patrone"urd in der Regel durch einen gegen 2 Zoll langen kupfernen Cylinder gebildet,Welcher im unteren Raume ein förmliches Piston hat, während der Stift, welcher-su Schlag des Hahns des auf dem Piston aufsitzenden Hütchens fortpflanzte, aus. ^hldraht besteht Um den Lurus dieser Schießmethode zu vervollständigen, sitztüberdies auf dem Pulver ein Kupferplättchen und hierauf erst der Filzpfropfen; auchnndet sich die Schrotladuug häufig noch durch einen zwischenliegenden Pfropfen inü»ei Portionen getrennt, welches das Zusammenhalten des Schrots auf weite Ent-nrnungen befördern soll. Die kupferne Hülse bleibt natürlich beim Schusse ruhigUegen und wird, nachdem der Lauf umgeklappt worden, mit einem Häkchen heraus-bknoinmen. Sie kann mehrmals benutzt werden. Eine zweite Art von Patronen istEerdingz weniger kostspielig, wird dafür aber auch durch den einmaligen GebrauchRichtet. Hierbei wird blos der untere Theil etwa auf ^ Zoll Länge durch eine^upferkapsel gebildet, in welche die eigentliche aus Karton bestehende Patronenhülse^'geschoben ist. In der Kupferkapsel selbst sitzt das Hütchen, aber nicht wie bei denbeigen Patronen, auf einem Piston, sondern mit der Ocffuung nach oben, so daßsr Stift (gewöhnlich von Kupfer) ins Innere des Hütchens herab reicht und auf^ Züudmaffe selbst aufschlägt. Solche Patronen kosten ohne Ladung 6 PfennigeStück, die erste Art natürlich weit mehr.

Das Anstößige der ungefähr doppelt so theuren Ladung kann allerdings da nicht^ sehr in Anschlag kommen, wo es sich überhaupt nur um Lurusgewehre handelt,läßt sich beim Lefaucheurschen Gewehr das Laden jedenfalls schneller bewerk-. Üigen, als nach der alten Methode. Nachtheile gegen das Zündnadelsystem liegenübrigens in dem bereits erwähnten mangelhafteren Verschluß, in den komplizirtenkostbaren Patronen und in der geringeren Sicherung gegen das Eindringen von^uchtigkeü. Ja in letzterer Beziehung steht das System Lefauchenr noch weit hin-^ dem gewöhnlichen Perkussionsgewehr zurück. Denn bei dem aus der Patrone"kd been Gewehrlanf hervortretenden Stift kann natürlich von einem hermetischen/^schließen keine Rede sein, namentlich wenn die Patrone mehrmals gebraucht wer-. " soll. Der Stift, beziehungsweise der Einschnitt des Laufes, werden vielmehrVn dienen, Regen und Feuchtigkeit in das Innere des Rohrs und der Patroneöu leiten.

Das Lefaucheursche System wird fast ausschließlich für Jagdzwecke und für^chrotschnsie angewandt; daß es für Militairzwecke ganz untauglich wäre, liegt aufHand, schon aus dem einfachen Grunde, weil der Soldat ganz wehrlos sein^de, während der Lauf des Gewehres umgeklappt ist.

Nach dem System Robert, welches früher in Frankreich vielfach für das Laden^ hinten versucht wurde, fand sich auf der Ausstellung kein Exemplar vor, man^ es wohl aufgegeben haben.

.. Von Duclos wie von Lefaucheur waren Gewehre und Pistolen nach dems^her erwähnten Minieschen System ausgestellt, jedoch zum Laden von hinten ein-?^chtet. sst iibrigms nicht abzusehen, wozu es beim Laden von hinten noch^ Dtinieschen Geschosse bedarf, die sich durch die Explosion des Pulvers ausdeh-Und in die Züge eindrücken. Denn um das Gleiche weit einfacher und sicherer^ erreiche,,^ hat man ja nur (wie beim Zündnadelgewehr) eine Kugel in das weiter- ^^bohrte Patronenlager einzulegen, deren Durchmesser so viel größer, als das^"ber dxs gezogenen Laufes ist, daß sie beim Herausfahren ^fich nothwendig in die

wehr

^ eindrängen muß. Abgesehen von der Tendenz, den Schwerpunkt der Kugel

nach vorn zu verlegen, dürste in der That die Mimische Konstruktion der