8. 197. Spanische Feuer- und blanke Waffen. 707
^dänische Massenfabrikation genoß? mindestens was die blanken Waffe» betrifft, schonJahrhunderten großen Ruf und hat denselben auf der Ausstellung vollkommenewährt. Das ausgezeichnetste Material unterstützt diese Industrie und half dazu,^ in den Stürmen des letzten Jahrhunderts aufrecht zu erhalten. Der Styl undGeschmacksrichtung in Anfertigung der Luruswaffen finden übrigens außerhalbSpaniens nur ausnahmsweise ihre Liebhaber, indem hier bei enormen Preisen doch"w Auge nichts geboten wird.
Das Interesse an diesem Theile der Spanischen Ausstellung steigerte sich aberinsbesondere dadurch, daß sich eminente künstlerische Talente den rein industriellenLeistungen beigesellt hatten und einem Theil der vorhandenen Waffen den Werthgroßer Kunstwerke verliehen.
Mit dem groben Geschütz beginnend, so war eine große metallne Bombenkanonc"inch neuer Konstruktion ausgestellt, von 9 Zoll Kaliber und 6,898 Pfund im Ge-sicht, von der Königlichen Geschützgießerei in Plasencia , im Preise vonOl Lstr. Der Guß war rein und dicht, die äußere Bearbeitung hätte jedoch sorg-mnier fein können.
Ei» 9zölliger Mörser und eine Itizöllige Haubitze aus Schmiedetsen (letztere aus"" bürgerlichen Kriegen- von den Karlisten herrührend) zeigten, daß man auch tnManien der Frage von der Verwendung dieses Materials zu Geschützen Anfmerk-'"»'keit schenkt.
Von Schießgewehren war wenig ausgestellt, das beste darunter von D. E. Zu-°"ga in Madrid . Eine recht schön gearbeitete Doppelflinte kostete lL^ Lstr., wasthältnißmäßig nicht theuer war. Auch einfache Flinten bis herab zu 13^ Schillingschienen ganz preiswürdig, so wie namentlich ein in der Königlichen Geschützfabrik^ Plasencia gearbeitetes Infanterie-Perkussions-Gewehr mit Bajonett zum Preise1 Lstr. 7 Sch. 9 Pence.
Allein alle diese bisher erwähnten Gegenstände der Spanischen Ausstellung er-^°ben sich höchstens bis zum Niveau der gewöhnlichsten Leistungen aller industriellenander. Was dagegen noch hervorzuheben ist, verdiente allerdings, wenn auch^niger vorn Standpunkt der Industrie, als dem der Kunst, einen der ersten Plätzeber ganzen Ausstellung. Es gilt dies von den Pistolen, noch mehr aber vonSchwertern und Dolchen des vorgenannten D. E. Zuloaga, eines Schülers von^sbage j„ Paris , der aber offenbar nnr bei der Kunst im Allgemeinen und nichtEs dem Französischen Geschmack in die Schule gegangen war, mit dem vielmehrn>Ne Arbeite» aufs Schärfste kontrastirten.
Zuloaga hatte vorerst drei Paar Pistolen mit Zubehör in Etui. ausgestellt, dieEEsien Eigenthum des General Narvaez, die andern zu Preisen von 800 Lstr. und0 Lstr. Die Arbeit an diesen Waffen war ganz eigenthümlicher Natur. Lauf,und Kolben, der gleichfalls aus Eisen bestand, waren in der Ornamentik
"likomnien gleich behandelt, der Grund in mattem Gold inkrustirt, woraus in er-ster Arbeit phantastische Figuren und Arabesken in grünlichem Eniail hervortraten,te monotone Behandlung, wenn auch im Einzelnen schön und geschmackvoll,'uß vorerst als ein Mißgriff erscheinen, indem die verschiedenen Zwecke, FormenIlrstoffe der Haupttheile eines Gewehrs sich von selbst zu einer verschiedenartigen/^Handlung in Bezug auf die Verzierungen empfehlen, die den Effekt erhöht, wäh-die Einheit des Styls doch vollständig gewahrt werden kann. Abgesehen hier-war die Arbeit meisterhaft und Prächtig, freilich eine Pracht, die auf's Auge^ weitem nicht den Eindruck machte, wie z. B. die nur halb so theuren PistolenHouillier aus Paris .
w- Bezug auf Konstruktion ist noch der in Spanien allgemein üblichen selbst-^tlger, Sicherung zu erwähnen. Sie besteht aus einem Stift, der aus der Schloß-te hervortritt, sobald der Hahn in der Hinterruhe steht und der also sein Herab-
45 *