708 VIII. Klasse. Schiffe, Waffen und Ausrüstungsgegenstänbe.
fahren hindert. Beim Losdrücken tritt der Stift von selbst in die Platte zurück, stdaß der Hahn frei wird. Es ist klar, daß die Wirksamkeit dieser Sicherung nureine sehr beschränkte sein kaun, einmal, indem sie nur bei ganz aufgezogenem H"?i"thätig ist, und zweitens, indem sie nicht gegen diejenigen unfreiwilligen Entladungenschützt, welche durch Berührung des Abzuges veranlaßt werden. Da ihr Mechanst-mus indeß einfach ist und sie im Gebrauch der Waffe nicht im mindesten genirt, stkann man sie immerhin nicht so ganz unzweckmäßig finden. In Deutschland wand?'man sie früher ebenfalls an, ist jedoch vollständig davon zurückgekommen.
Hier ist auch noch des von der Bergwerks-Direktion von Almeria ausgesteli-teil Schrotes, seiner großen Wohlfeilheit halber zu erwähnen. Der Preis ist14 bis 15 Schilling pro Ctr. und wird der größte Theil davon ausgeführt, nanient-lich nach Amerika . Dieser Preis steht um etwa 20 Prozent niedriger als im 3"??'
verein.
Bon den Gewehren zu den blanken Waffen übergehend, haben wir eines Kuirastsiersäbels von Znloaga zu erwähnen, worin sich dessen hohe Meisterschaft am glä"'zendsteu bewährt hatte. Der Preis desselben war enorm, nämlich 800 Lstr., all""in kunstvoller, mühsam durchgeführter Arbeit war auch nichts auf der ganzen A>st'stellung, was ihm hätte zur Seite gestellt werden können. . Von äußerer Prachthier weniger die Rede, denn selbst die eingelegten Gold- und Silberadecn traten ver-hältnißmäßig nicht stark hervor. Allein die schwarz angelaufene stählerne Schaff''von oben bis unten in ganz durchbrochener Arbeit ausgeführt, bildete gleichsam 0"Netzwerk von Arabesken und Figuren, deren jede einzelne, sei es in der Zeichnung'sei es in der Ciselirung, ein wahres Meisterstück genannt zu werden verdiente, uutunendliche Mühe verursacht haben muß. Den Angaben zufolge ist eine Zeit vo"2 Jahren zur Anfertigung dieser Waffe erforderlich gewesen, die zuerst gezeichnet unddann in Wachs modellirt ward, wonach dann die Ciseleure arbeiteten. Die schweb'breite Toledoklinge war ebenfalls nach dem Heft hin durchbrochen gearbeitet. DOGriff war mit einem breiten, kunstvoll gravirten Stahlkorbe versehen. Der ernsteschwere Styl, in dem die ganze Waffe gehalten war, erinnerte an die Arbeiten derMailänder Waffenschmiede aus den Zeiten Kaiser Karls V. Die Einzelheiten muß^ein Jeder bewundern; im Ganzen jedoch liegt uns die Geschmackesrichtung vo"Spanien zu fern, um Vergleichungen mit den Luruswaffen von Frankreich oderDeutschland anstellen zu können. Es läßt sich namentlich kein schärferer KonO'^denken, als dieses düstere Spanische Schwert, das nicht den mindesten Eindruck anstAuge machte, neben den goldglänzenden Galladegen von Paris . Dort tritt die Kn"l?ohne alle Begleitung auf, während man es hier für nöthig hält, ihr durch äußere"Glanz und Reichthum Relief zu geben.
Von gleich kunstreicher Arbeit und in ähnlichem Styl gehalten warenbreite kurze Jagdmesser, jedes mit Etui im Preise von 100 Lstr.
Wir e'rwähnen noch zweier damascirten Tolcdokltngen, die, um die Elastizi?^des Stahls zu beweisen, in kreisrunden Scheiden von etwa 1 Fuß Durchmesser stt^ten, sich jedoch beim Herausziehen vollständig gerade richteten. Die eine der beide"Scheiden stellte eine silberne Schlange dar; sie war ausgestellt von der Königliche"Waffenfabrik in Toledo . Obgleich diese dünnen Schwerter eigentlich nur Stah^federn bildeten, denen man auch von anderem Stahl eine solche Elastizität zu gebe"vermag, so muß dennoch die Vorzüglichkeit des Materials bewundert werden.
Die genannte Königliche Fabrik hatte auch gewöhnliche und verzierte Schwer?'und Säbelklingen für Infanterie- und Kavallerie-Offiziere ausgestellt, zu Preist"von 6 Lstr. bis herab zu 5 Sch. für das Stück. Es ist übrigens bekannt, welche"außerordentlich strengen Proben die Klingen in den Spanischen Waffensabriken unter-worfen werden und mit Beziehung hierauf erschienen diese Preise nicht wesentlichhöher, als die Solinger .