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Erster Theil.
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867
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§. 249. Pianoforte. 867

Durch die vielen Strebstangen oder Schienen erhielt der äußerst starke Bezugeine feste Stutze, der Ton wurde groß, aber zur selben Zeit von einer Härte undeiner metallartigen Färbung, die mit der zunehmenden Menge der Strcbstäbe auchimmer fühlbarer zn werden begann, Broadwood bediente sich selten so vielerStrebstäbe als Srard, ja er bemühte sich bei seinen neuen Instrumenten die Zahldieser Eiscnschieneu noch mehr zn vermindern und die erforderliche Stärke auf einemandern Wege zu erzielen, wozu ihm vorzüglich seine neuen Qnerstrebcn (susxensiontmrs) behülflich waren. Namentlich werden die Broadwoodschen Untersuchungenüber die Hanptrichtnng des SaitenzngcS auf einen so irregulären Körper, grls derKasten des flngclförmigen Pianoforte ist, für den künftigen leichtern und doch soli-dem Bau dieser Instrumente von großem Einflüsse sein.

Er hatte mit voller Sicherheit auögemittelt, daß die Hauptwirknng des Bezugesnicht parallel mit demselben sich auf den Kasten äußere, sondern unter einem spitzi-gen Winkel auf seine Richtung und noch überdies unter einem rechte» horizontalenWinkel auf diese diagonale Richtung, In einem seiner ausgestellten Piano's hatBroadwood auch nach diesen Erfahrungen seinen Kastenban eingerichtet, DaöGebälke besteht gewöhnlich vvm Da»,nie aus, ans zwei ein Andreaskreuz bildendenHauptbalken und seine Widerstands-Schienen sind diagonal gelegt, was auch aufdie Rundung und das Tragen des Tones von bedeutendem Einfluß gewesen ist.Daß bei so gewaltiger Beziehung der Resonanzboden von bedeutender Dicke seinmußte, läßt sich ohnedies voraussehen, Broadwood legt die Holzjahre des Reso-nanzbodens quer über das Pianoforte, die starken Rippen des Bodens dagegen derLänge nach, also mit den Saiten parallel, läßt dann den ans dem Damme im Dis-kant nur rundlich ruhenden Boden an der rechten Seite des Flügels, also in derDiskantpartie, an der Zarge ganz frei, und erzielt dadurch einen Ton, der nament-lich im Diskant bis jetzt an Klang und Fülle noch unübertroffen geblieben ist.

Daß mit dem stärkern Saitenbeznge auch der Mechanismus stärker werdenmußte, versteht sich wohl von selbst. Bei den ersten Pianoforte's bestand der Scheintel des Hammers ans einer abgerundeten hölzernen Schneide, mit einem Streifenlohgaaren weichen Leders überzogen. Gegenwärtig bildet den Hammerscheitel einelastisches Cylinderstnck, ans weichen, elastischen übereinander liegenden Masten zu-sammengesetzt. Broadwood z, B, überzieht den hölzernen Hammerscheitel zuerstmit lohgaarcm Hammerledcr, dann mit sämischgaarcm dickeren, dann wieder mitlohgaaren, Leder und zuletzt mit Hammerfilz, dessen Gebrauch der bekannte PariserKlaviermacher Pape zuerst 1826 eingeführt hat, Ruch der Weg, den der Hammervon seinem Richtpunkte bis zur Saite zn machen hatte, mußte vergrößert werden.

So stand die Sache, als in den letzten Decennien das Klavierspiel selbst eineeigenthümliche Umgestaltung erfuhr. Als nach dem Hingänge oder mit dem Alt-werden der musikalischen Heroen, die neben Klavicrvirtnosen selbst große Komponistenoder Tondichter, abgesehen von ihrer Virtuosität, waren, statt der schöpferischen Er-findung und knnstgemäßcn genialen belebenden Durchführung eines musikalischenPoetischen Grundgedankens das Spielen mit musikalischen Notenfignren sich immermehr und mehr einzudrängen begann, fand sich bald die ganze Macht der musikali-schen Klavier-Komposition nur mehr im rhythmischen Tonwechsel. Daß man da-durch natürlich sehr bald ans die Rhythmen der Trommel und des Triangels ver-fallen mußte, liegt eben so klar vor Augen. Aber hier begannen leider die bestenmodernen Instrumente ihren Dienst zn versagen. Bei der Geschwindigkeit, mit wel-cher ein und dieselbe Note in solchen trommelwirbelartigen Figuren auf die anderefolgen muß, was man Repelition nennt, war es hänffg nicht möglich, daß man dieTaste ganz niederdrückte und sie wieder ihre frühere Stellung nehmen ließ, eheman sie von Neuem anschlug, und das war unumgänglich nöthig, wenn die Stoß-zunge den Hammer von Neuem fassen sollte,

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