§. 28. Britische Schmied-- und Schlosserarbeiten. HZ
Nr.45. Brhde n u. S ohne aus Edinburg hatten verschiedene Glockenzügr, nebsteiner Vorrichtung, die uns besonders erwähnenswert!) scheint. Der Aussteller führtnämlich da, wo wegen zu vieler Biegungen oder anderer Hindernisse kein Glockenzugangebracht werden kann, ein ^ bis l Zoll weites Rohr von Gntta-Percha und bringtan dessen Ende einen kleinen Kolben an, welcher, wenn er gehoben wird, an einedarüber hängende Glocke anschlägt. Wenn man nun in das am Röhrende ange-brachte Mundstück den Mund ansetzt und bläst, so wird am andern die Glocke ange-schlagen. Kommt der Gerufene vor das Rohr, so kann man mit ihm sprechen.Statt der Glocke haben Andere eine Pfeise angebracht, welche noch bessere Diensteleistet. Man bringt durch ein einige hundert Fuß langes, nicht zu weites Rohr fastebenso leicht eine Pfeife zum Ansprechen, als durch ei» nur einige Zoll langes.
6. Schlösser.
Nr. 663. C. Anbin in Wolverhampton hatte eine aus 64 verschiedenen Schloß-Konstruktionen, von der einfachsten bis zur vollkommenste», aufgebaute sehr instruktivePyramide ausgestellt, auf deren Spitze das Bramahsche Schloß sitzt. Wenn derSchlüssel des letzteren umgedreht wird, bewegen sich durch einen in der Mitte derPyramide in einem Rohre verdeckt bestndlichcn Mechanismus die Riegel sämmtlicherSchlosser. Nach sechs älteren Konstruktionen ohne Augabe der Erstnder, deren ersterwohl Tubalkain wäre, erschienen 40 neuere, und es ist nur zu bedauern, daß die Zeitihrer Erfindung nicht näher angegeben ist. Unter Nr. 7 erscheint Mace zuerst mitder eingeschlitzten Juhaltnng, die sonst dem BarronS oder Wallet zugeschrieben wird.Von Letzterem ist gar kein Schloß in dieser Sammlung, dagegen von Ersterem unterNr. 18 in etwas anderer Weise als von Mace die cingeschlitzte Zuhaltung ausge-führt, wie es denn überhaupt merkwürdig ist, an dieser Sammlung zu beobachten,wie, sobald ein Fortschritt gefunden war, eine Reihe anderer Nacherfinder auftrat,welche dasselbe Prinzip in einer anderen Weise ausführten. Unter Nr. 17 ist mitmehreren Zuhaltungeii aufeinander zuerst Sanders aufgeführt; es ist aber dabei dieältere, blos von oben einfallende ZuhaltungSfcder angewandt, welche, wenn nur hochgenug aufgehoben, sich anshebt. Unter Nr. 19 wenden dann Richard und Peers diegeschlitzten Zuhaltungen an, bei welchen ein Minimum zu großer oder zu geringerHebung die Bewegung des Riegels verhindert. Auf diesem Prinzip fahren die Nächst-folgenden fort, unter welchen unter Nr. 31 Chubb erscheint. Nr. 33. Tann wendetnebst den Zuhaltungen Besatzungen an. Nr. 37. Lawton läßt den Schlüssel aufScheiben drücken, die sich um ihre Achse drcben und auf 2 Haken wirken, die denRiegel fassen und loslassen und zugleich mit Stiften in den eingeschnittenen Schlitzender Zuhaltungen lausen: eine sehr komplizirte und unsolide Einrichtung. Die fol-genden Nummern sind weitere unwesentliche Komplikationen desselben Prinzips, theil-weise mit Hebelvorrichtungen, welche die Bewegung des Schlüssels auf die Zuhaltungübertragen.
Wenn diese Illustration des Ganges der Erfindungen an den Schlössern auchweder eine genaue, noch der Zahl nach vollständige ist, so verdiente sie doch vollkom-men die ihr gewordene Preismedaille. Man sollte in jeder Gewerbeschule eine solcheDarstellung der den verschiedenen Schlössern angehörigen Konstruktionen aufstellen.
Nr. 646. Chubb aus London hatte selbst eine ausgezeichnet schöne Samm-lung seiner Schlösser ausgestellt, worunter eins, das sich in einem Siegelringe befin-det. ganz gut gearbeitet. Wir haben Chubb's Prinzip, so weit es thnnlich ist, bereitsauseinandergesetzt und können seine Schlösser immerhin empfehlen, wenngleich Hobbssie öffnen gelehrt hat. Er hat übrigens dadurch, daß er in den Zuhältern außerdem richtige» Einschnitt noch einen falschen anbringt, die Schwierigkeit des Oeffnenssehr vermehrt; auch hat er für größere Schlösser noch eine Ankervorrichtnng kon-stcuirt, deren Gang mit Nachschlüsseln nicht wohl herauszufühlen ist und welche des-halb eine sehr große Sicherheit gegen Dietriche aller Art gewährt.
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