Band 
Dritter und letzter Theil.
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110 XXII. Klasse. Mctallwaaren.

Wie Chubb'S Schlösser, so sind aber auch die Schlösser Nr. 653 von Bramah»nd Comp. in London sehr empfehlenswerth. Beide Gattungen Schlösser gewährenden Vortheil, daß ihre Bestandtheile sehr leicht mit Maschinen hergestellt werdenkönnen. Auch das Brainahschloß haben wir bereits oben beschrieben. Es leuchtet«in, daß eS sich zu Thüren, welche von zwei Seiten ausgeschlossen werden sollen, we-niger eignet, doch kann es auch hierfür eingerichtet werden, indem die stählernenSperrblättchen etwas länger gemacht, mit 2 Einschnitten versehen, auch 2 gegenein-ander wirkende Federn eingerichtet werden. Das Schloß erhält dadurch aber in derRichtung des Schlüssels eine unbequeme Höhe. AchnlicheS tritt übrigens auch beidem Ehubbschcn Schlosse ein, wenn der Schlüssel von zwei Seiten soll wirken können,indem dann jede der Zuhaltnngen doppelt vorhanden sein muß. Chubb und Bramahwurden für ihre durch Hobbs erlittene Niederlage mit Erlangung der Preismedaillenebst besonderer Belobung getröstet. Bramah's Schloß war zur Zeit, als die Jury-beschlüsse gefaßt wurden, noch nicht geöffnet. Daß es größere Sicherheit gewährt,als das bisherige Chubbsche, geht aus der längeren Zeit, die zu seiner Oeffnnngnöthig war, hervor.

Wir können die große Reihe schöner Schlösser, welche von den Engländern aus-gestellt waren, unmöglich ganz beschreibe», nachdem wir den Schlössern ohnedies schoneinen zu großen Raum widme» mußten; deshalb erwähnen wir nur noch einigerneuer Konstruktionen.

Nr. 270. Wolverson, ei» Arbeiter aus Birmingham , hatte ei» sehr fleißiggearbeitetes Schloß mit einem sogenannten Detektor ausgestellt, einer von einer Federgespannten Rcservczuhaltung, welche in dem Augenblick loSgeht und den Riegel sperrt,wo eine von den mehrfach vorhandenen Juhaltungen allein bewegt wird. Das Prin-zip ist einfach, was wir von der Einrichtung im Ganzen nicht sagen können. DieZuhaltnngen haben ein bei ihrer richtige» Lage genau durch alle ununterbrochen hin-durchgehendes cylindrischcs Loch. Am Rande dieses Loches sind auf der obersten Zu-haltung 2 kleine Scheibchen angebracht, welche 3 gleich weit von ihrem Mittelpunktentfernte Nägel oder Stifte haben. Einer davon geht abwärts durch die ganze Tiefedes Lochs, ein anderer bildet die Achse, auf der sich die Scheibchen exzentrisch drehenkönnen; ein dritter geht in die Höhe. Die abwärts gehenden Stifte befinden sich amUmfang des Lochs einander diametral gegenüberstehend. An den aufwärts gehende»Nägeln der beide» Scheibchen streift der Arm eines Hebels hin, an dessen entgegen-gesetztem Ende ein Haken ist, welcher den Detektor losläßt, sowie der Hebel eineSchwingung macht. Dieser Arm ist so gekrümmt, daß er, wenn die Stifte auf demScheibchen blos den Weg machen, den ihnen die Bewegung der Zuhaltung vorschreibt,keinen Druck erleidet, sondern diese an ihm hingleiten. Sobald aber eine der Zu-haltnngen, welche es sei, allein bewegt wird, so stößt dieselbe, je nachdem dies vor-wärts oder rückwärts geschieht, an den einen oder den andern der abwärts gehendenStifte allein. Das eine oder andere der beiden Scheibchen macht dadurch eine Achsenbewe-gnng und drückt nun mit seinem nach oben gehenden Stifte auf den Hebel, welcherden Detektor losläßt, worauf letzterer den Riegel abfängt, so daß dieser selbst mit demrichtigen Schlüssel nicht mehr rückwärts bewegt werden kaun. Mit demselben kann manaber durch Vorwärtsdrehen de» Detektor wieder auslösen und ausschließen. Immerkann dies jedoch nur geschehen, wenn alle Zuhaltnngen gleichzeitig und gleichförmig inBewegung gebracht werden. Der Detektor ist so verdeckt, daß man mit keinem Spcrr-zeug dazu kommen kann. Wolverson hat für sein Schloß eine Belobung erhalten.

Nr. 307. Cotterill aus Birmingham hatte ein Schloß, dessen Grundidee demBramahschlosse entnommen ist, ausgestellt. Er nennt es Climar-Detektorschloß, wiesich denn die Englischen Erfinder überhaupt in barocken Namen für ihre Erfindungenz» überbieten suchen. Es ist früher schon im Württembergischen Gewerbeblatt be-schrieben worden.