tz. 40. Französische und Spanische getriebene und Blech-Arbeiten. 153
und gezogene» Hohlen Blcchwaarcn, aus Kupfer, Messing, Weißkupfer und ausEisen, welche alle Beschauer über das was der Aussteller seinem Eisen zugcmuthethat, in Erstaunen setzte». Er stanzt das Eisen zum Becher auf, nimmt es auf denDorn, zieht es zur Röhre aus und drückt es dann auf der Drehbank gegen dieMündung hin wieder zu Gesäßen zusammen, welche die Form einer BurgunderFlasche haben; eine Mehrzahl davon war ausgestellt Eben so zieht er aber auchaus Eisenblech Röhren, die an einem Ende geschloffen sind, aus; er hatte derenwelche von 2z Fuß Länge und nur z Zoll Weite, und ganz dünn ausgezogen,kzöllige Röhren von Kupfer und Messingblech an einen, Ende geschloffen von 5 FußLänge, so wie 2z Zoll weite Röhren von gleicher Länge ebenfalls aus Blech auf-getrieben, ohne alle Löthung ausgestellt. Seine Flaschen könnten emaillirt sehr guteDienste thun, weil sie fast unzerstörbar und sehr leicht sind. Palm er erhielt diePreismedaille.
Nr. 53l. Gruhl von Paris hatte hohle kanncllirte und gewundene Röhren a»s-gestllt, über deren Fabrikation wir oben schon Näheres mitgetheilt haben. Diefeinern gewundenen Röhren wendet er als Nachahmung von Schnüren bei Vorhangs-Verzierungen aus gestanzter Bronze an. ES wurde ihm die PrciSniedaillc ertheilt.
Nr. 23V. Gandillot und Comp. in Paris hatte» ihre gewalzten Röhrenausgestellt, und dabei durch Röhre» von sehr bedeutender Eiscnstärke zu imponirenversucht, deren Darstellung allerdings am schwierigsten ist. Eine Röhre von V FnßLange, 4 Zoll äußeren und 3 Zoll innerem Durchmeffer, außen polirt, zeigte nirgendseine Schwcißnath, und war von sehr gleichmäßiger Eisenstärke, wogegen eine anderevon 6^ Zoll äußerem und 5 Zoll innerem Durchmesser Differenzen von 2 Linien inder Stärke hatte. Diese Röhren scheinen aus aufgerollten Blechen über einen Dorngeschweißt zu sein. Außerdem hatte Gandillot eine doppelt spiralförmige Kühlröhrevon 7 Fuß äußerem Durchmeffer der Windungen und 2 Zoll starker Röhre, dereneinzelne Windungen nur l Zoll von einander abstanden, ausgestellt, in denen erseine Meisterschaft in der Nöhrenfabrikativn darthat. Daß er die PreiSniedaille er-hielt, ist bereits erwähnt worden.
Nr. 265. Baron A. de Rosöe von Moulin hatte ein Assortiment vorgeschmie-deter Messingpfanncn von ausgezeichneter Arbeit geliefert; von 1z; Zoll Tiefe undDurchmesser gingen dieselben durch 38 Nummern bis zu 4- Fuß Weite und 3 FußTiefe herauf, wobei sie noch nicht über z Linie dick waren. Sie erhielten diePreiSniedaille.
Nr. 260. F. de Miguel aus Madrid hatte eine ebenso zierlich als dauerhaftgearbeitete Bettstelle aus hohlen Messingstäben mit lackirten eisernen Seitcnstückenund aufgesetzten feinen gegossenen Bronze-Verzierungen ausgestellt. Der Rost ist vonBandeisen, hat ein Eharnier in der Mitte und unter der Bettlade befindet sich eineMechanik, um denselben aufzuwinden und so den Obertheil des Bettes in eine Lehnezu verwandeln. Die PreiSniedaille nebst einer besondern Belobung wurde dafürertheilt.
Nr? 25V. Sanch ez Pescador von Madrid hatte eine von demselben Meistergefertigte Bettstelle aus fein polirten Stahlbleche» mit massiven pvlirten Stahlfüßenund reich mit feine» Bronzcgüsscn verziert, ein wahres Prachtstück, ausgestellt. Auchfür diese Arbeit wurde die PreiSniedaille mit Belobung ertheilt. WaS besondersauffallen mußte, ist die geschmackvolle Zeichnung so wie die vollendete Arbeit. Esscheint daß Spanien , wenn auch keine sehr belebte Industrie, doch einzelne geschickteMeister besitzt, in deren Werkstätten die Kunst früherer Zeiten noch fortglimnit.