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XXII. Klasse. Mctallwaaren.
I. Technisches. Im Felde der Kunst - und Feingüsse sehen wirdurch Paris, München und Berlin die Englischen Gießereien weit über-flügelt. Wer in diesen Fächern sich ausbilden will, braucht also kaumdie Grenzen Deutschlands zu überschreiten. Im Bronzeguß hat München ,im Zinkguß Berlin , soweit es sich um die Herstellung größerer monu-mentaler Gegenstände handelt, bei Weitem den ersten Rang behauptet.Auch in den Eisenseingüssen bleibt die Superiorität entschieden denDeutschen . In Bronzefcingüssen erscheint namentlich, was den Geschmackin Auffassung und Ausrüstung anbelangt, Paris die beste Schule. Wegender Kunst- und Feingüsse England zu bereisen, wäre verlorene Mühe.Belehrend in diesem Fache wäre dort höchstens das nun aller Orten auf-tauchende Streben, durch Bildungsanstalten verschiedener Art die Kunst-fertigkeit und den Geschmack der Zeichner und Modelleure zu heben. Sehrrichtig sagt der Morning Ehronicle in einem seiner Artikel über die Aus-stellung: „Früher oder später muß es dahin kommen, daß der Künstlersein wohlverdientes Bürgerrecht in unsern Fabriken erhält. In allen un-sern Industrien haben wir beharrlich die beste Arbeit und das beste Ma-terial verwüstet, weil wir versäumten, die leitende Wissenschaft mit derArbeitsthcilung zum richtigen Ganzen zu verbinden. Es hat an Anstaltengefehlt, um die erforderliche Anzahl Künstler beranzubilden und so könnenwir nur ausrufen: „Bildet, Bildet!"
Die Stadt Sbefficld ist hierin aus eine höchst anerkenncnswertheWeise vorangegangen, und wer ein Muster von einer Zeichnen- undModellirschule für Gewcrbtreibcnde kennen lernen will, mag dorthin gehen,und die einsichtsvollen Fabrikanten, unter deren Leitung sie steht, um Mit-tbcilung der Anordnungen bitten, die sie getroffen haben.
Auch in Betreff der Heiz- und Kochapparate hätten wir in Englandkaum etwas zu lernen, wenn nicht die neuen GaS-Hciz- und Kocheinrich-tungen berechtigt wären, unsere volle Aufmerksamkeit in Anspruch zu neh-men. Immerhin ist jedoch in Frankreich und Belgien für die Fabrikationder Oescn und Hcerde weit mehr zu finden als in England. Das Gleicheist der Fall iin Gcräth- und Maschincnguß; namentlich für letztem bildetBelgien die beste Schule. Die Anstalten von Rcgnier Poncclet in Lüttich ,von Seraing , von Eouillet, stehen wohl auf der höchsten Stufe der Ma-schincnfornierei. Sie werden ohne Zweifel auch das Stewartsche Röhren-sormcn mit Maschinen bald sich aneignen, welches allerdings als einweiterer Fortschritt der Schotten anerkannt werden muß. In der Ver-zinnung des Gußeisens, dessen vermehrte Anwendung in Deutschland wirsehr anempfehlen möchten, scheinen die Schweden eS am Weitesten ge-bracht zu haben.
Haben wir im Felde des gestimmten Gießereiwesens den Engländerneine Superiorität gar nicht oder nur in sehr beschränktem Maaße zuerken-nen können, so müssen wir ihnen dagegen dieselbe unbedingt einräumen