Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 56. Einleitung zu Corpus-Arbeiten. Igg

Die 'Kostbarkeit, die Menge und Größe der Steine, so wie die unglaublich müh-same Arbeit, die auf Herstellung dieses für die Kathedrale von Arcguipa bestimmtenKunstwerks verwendet worden, erklären den sonst fabelhaft erscheinenden Preis von45,000 L. Sterling.

Hätte sich in der Erfindung und Ausarbeitung dieses sehr verdienstvollen Werkesmehr Einheit gezeigt, so hätte Herrn Moratilla der große Preis, für welchen ervon der Jury vorgeschlagen worden war, nicht entgehen können; so aber mußte ersich mit der einfachen Preismedaille begnügen.

5. Rußland

hatte nur eben so viel von Kirchengefäßen ausgestellt, um ein Bedauern zu erwecken,daß so viel Anderes fehle. Dadurch, und daß von Oesterreich, der Lombardei undUnteritalien — in welch' letzteren Ländern das Bedürfniß Künstler in diesem Fachegebildet hat, deren Erzeugnisse den besten Arbeiten von Mailand und Florenz wür-dig zur Seite stehen, — für diese wichtige Abtheilung der Goldschmiedekiinst nichtseingesandt worden war, ging eine interessante Gelegenheit verloren, die eigenthüm-lichen neugriechischen Formen der Russischen Kirchengeräthe mir den Arbeiten derDeutschen Schule Oesterreichs und den Nachbildungen der Werke des 15. Jahrhun-derts von Italienischen Künstlern durch Gegenüberstellung mit einander zu vergleichen.

6. Schweden

hatte noch im letzten Monat der Ausstellung einen hierher gehörigen Artikel gelie-fert, nämlich ein silbernes Behältniß zur Aufbewahrung von Hostien, 6 Zoll iniDurchmesser und Zoll hoch.

I. Tostrup (Ehrsstiania) hat in dieser Arbeit seine Meisterschaft in der Fili-grankunst gezeigt, indem ein reiches Arabeskeugewinde, welches auf dem platten,polirtcn Körper der Hostieuschachtel aufliegt, in dieser Art gearbeitet ist. Von gerin-gem Werthe ist dagegen die getriebene Arbeit auf den» Deckel, die Naüouna üella8eMuIa darstellend, welche sich schon ihrer Komposition nach wenig zum Basre-lief eignet.

' 8 . 56 .

Ehrengeschenke, Kandelaber, Tafelaufsätze und Verwandtes(Corpus-Arbeiten) in getriebener, gegossener und gepreßterArbeit. Einleitung.

Ehe wir näher auf die Betrachtung der in diese Abtheilung gehöri-gen Gegenstände eingehen, glauben wir es nicht unterlassen zu dürfen,um das bessere Verständniß des Folgenden zu erleichtern, die Erklärungder Bedeutung einiger technischen Ausdrücke vorauszuschicken und einekurze Beschreibung der verschiedenen VerfahrungSweiscn zu geben, welchebei der Erzeugung der Werke dieser Art, in denen die Goldschmiedckunstihre höchste Stufe erreicht, angewendet zu werden pflegen. DenselbenPlan werden wir befolgen, wenn wir weiter unten zu der Besprechungder Werke in Email, Filigran und eingelegten Metallen gelangen werden.

Die meisten Stücke der gegenwärtigen, so wie der vorhergehendenAbtheilung sind von getriebener Arbeit, dem 0pu8 mollei des Pli-nius, im eigentlichsten Sinne des Wortes, der xrogseria und minuleriades Benvennto Erlistn und dem allgemein angenommenen rexousse der