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XXIII. Klasse. Arbeite» in edlen Metalle».
Franzosen. Das dabei beobachtete Verfallen besteht hauptsächlich ausdrei verschiedenen Manipulationen, dem Treiben, dem Lothen und demCiseliren.
Die langwierige Arbeit, die in früheren Zeiten erforderlich war, umden gegossenen Klumpen Metall in eine Platte umzuformen, wird demGoldschmiede jetzt durch Maschinen entweder ganz abgenommen oder dochsehr erleichtert. Große Platten werden mit Maschinen, die man durchPserdckrast treibt, kleinere auf der Streckbank im Atelier gewalzt.
Die meisten getriebenen Arbeiten, namentlich aber diejenigen, die derfreien Skulptur nahe kommen, können nicht aus einer Platte oder viel-mehr Bleche — da die Dicke desselben selten mehr als -,-g- Zoll beträgt —gearbeitet, sondern sie müssen aus mehreren Stücken zusammengesetzt wer-den. Der Leser erinnert sich gewiß, an Gypsfigurcn und Köpfen erha-bene Nöthe gesehen zu haben, die dadurch entstehen, daß die Form auseinzelnen Stücken zusammengesetzt werden mußte. In ähnlicher Weise istdies hier erforderlich. Der Arbeiter beginnt daher, nach reiflicher Ncbcr-lcgung, wo er die Nöthe anlegen soll, mit den» Zuschneiden des Bleches.Nur bei mehr regelmäßigen Formen, wie Kannen, Vasen u. s. w., wirddas Gefäß aus einem Stück getrieben, wie man es oft bei Kupferschmie-den im Großen sieht. Dies letztere ist oft bei Gefäßen der Fall, bei denender nicht Sachverständige es ganz unglaublich finden wird, daß man sieaus einem Stücke treiben könne, wie z. B. bei weiten bauchigen Kannenmit engem Halse, bei welchen der Arbeiter zuletzt nur noch durch denZurückstoß des Hammergriffes zu arbeiten in, Stande ist. Bei Stücken,welche mehr freie Kunst erfordern, wird die Hauptform aus dem Amboß(der, wie der Hammer, von verschiedener Form ist) gegeben und danndie Platte, auf ein Sandkiffen gelegt, durch kleine Schläge von Innenin die gewünschte Form hinausgctricbcn. Sind alle einzelnen Theile so weitfertig, so setzt man sie, nachdem man sie sorgfältig ausgekocht, zusammen,umwindet sie mit Ciscndraht, bestreut beide Seiten der Nath mit SpanischemWeiß, um das Fließen der Löthe (!«;§»)') in die Arbeit zu verhindern, legtdie Löthe dazwischen und schmilzt sie mittelst des Löthrohres (I>lo>v;,P«-).Hierauf wird die Arbeit mit Cement oder Pech gefüllt und das Ciselirenbeginnt, sobald diese Füllung erkaltet und fest geworden ist. Die CiscletSbestehen aus Stücken Stahl von ungefähr 6 bis 8 Zoll Länge, von ver-schiedener Stärke und Form, mit gerader Spitze für die äußere Arbeit undt'förmig gebogener für die innere, aber ohne Schärfe, indem sie nur zurVollendung der getriebenen Arbeit und nicht zum Abarbeiten des Metallsgebraucht werden. Füße, Henkel, Schnauzen und dergl., welche stärkersein müssen, werden meistens gegossen, wozu sorgfältige Wachsmodelle ge-macht werden müssen ; dann aber gleichfalls ciselirt und angelöthct. Vieleandere Dinge, namentlich kleine Figuren, wenn sie nicht für Email be-stimmt sind (in welchem Falle sie stets hohl sein müssen), werden gleich-falls gegossen und ciselirt. Dies geschieht hauptsächlich mit Theilen,