234
XXIII. Klasse. Arbeiten IN edlen Metallen.
In diesem Lande hat, »ach dem Mangel a» Ausstellern zu schließen, der Prozeß,von welchem hier die Rede ist, noch wenig Erfolg gehabt.
Ivs. Michiels (Antwerpen ) hat allein eine Statue der Prinzessin Eharlottevon Belgien , galvanoplastisch über GypS gezogen, ausgestellt.
') Vergleiche das oben Seite 57 bemerkte.
8 . 69 .
Plattirte Waaren, Thee- und Kaffeegeschirre, sowie Leuchter,Kandelaber n. s. w.
Die Produktion der plattirten Waaren (in England 8Iwk-llelck Adveln genannt) gehört fast ausschließlich England und zwar haupt-sächlich der Stadt Sheffield an, wo sie im Jahre 1742 von Th. Bolso-ver zuerst eingeführt wurde. Noch jetzt versieht letztere Stadt fast alleMärkte der Welt mit Waaren dieser Gattung, in deren Fabrikation sieeine unerschöpfliche Quelle des Wohlstandes gefunden hat. Das dabeibeobachtete Verfahren ist noch beut zu Tage fast daö nämliche geblieben,wie eS von dem Erfinder vorgeschrieben wurde, nur daß gegenwärtig dieVersilberung gewöhnlich auf Ncusilber (Argcntan, (lermun hliEei) aufge-tragen wird, während man früher dazu Kupfer benutzte, und daß man dieOrnamente und Kanten der daraus gefertigten Gegenstände, die am mei-sten der Abnutzung ausgesetzt sind, aus Silber verfertigt, wodurch der frü-her so störende Uebelstand plattirter Gefäße, daß nach kurzem Gebrauchan den Kanten die rothe Kupfcrfarbc zum Vorschein kam, gänzlich ver-mieden wird.
DaS Verfahren selbst besteht in der Hauptsache in Folgendem:
Eine Barre Kupfer oder Ncusilber (letzteres bekanntlich eine Legi-rung aus Kupfer, Nickel und Zink) wird auf der einen Seite ganz glattgefeilt, bis sich eine reine fehlerfreie Oberfläche zeigt. Eine Silber- oder(bei Vergoldung) Goldplatte wird in derselben Weise behandelt, und dannbeide mit ihren ebenen Flächen mittelst EisendrabteS fest an einander ge-heftet. Sodann wird eine Auflösung von Borar in Wasser in alle Fu-gen der auf einander befestigten Metalle gegossen oder gestrichen undletztere hierauf in den Glühofen gebracht. Durch eine in dem Ofen an-gebrachte Oeffnung kann der Arbeiter sehen, wenn die Metalle an einan-der geschmolzen und die Verbindung derselben unauflöslich geworden ist.Ist dieser Zeitpunkt eingetreten, so nimmt man die Barren aus dem Ofenund bringt sie unter große, durch Wasser- oder Dampfkraft getriebeneCylinder, durch welche sie in Platten von der erforderlichen Stärke aus-gewalzt werden. Die Dicke der Platte richtet sich natürlich nach derGröße und dem Zwecke des daraus zu verfertigenden Gefäßes u. s. w.Die übrigen zur Bearbeitung und Vollendung des Geschirres erforder-lichen Manipulationen, das Pressen, Löthen, Auskochen u. s. w., sind ganzdieselben wie bei einem ganz aus Silber bestehendem Gegenstand, nur daß