Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIII. Klasse. Arbeiten IN edlen Metallen.

so der Koh-i-noor ; der blaue Diamant von H. Th. Hope M. P.;die Steine von Beresford und Hope.

Schon seit den ältesten Zeiten haben die Edelsteine durch die Prachtihrer Farben und ihren feurigen, durch die Brechung der Lichtstrahlen er-zeugten Glanz einen eigenthümlichen Zauber auf die Menschen ausgeübt,ja es wurden im Alterthume sowohl wie im Mittelalter einzelnen Gattun-gen derselben ganz besondere wunderbare Kräfte zugeschrieben, so z. B.daß das Tragen gewisser Edelsteine gegen Krankheit oder Vergiftung zuschützen vermöge. Hat nun auch die Wissenschaft der Neuzeit, namentlichdie Chemie, die uns die Zusammensetzung dieser Mineralien kennen lehrte,diesen mystischen Nebel aufgehellt, der über die Natur der Edelsteine gebrei-tet war, und sind auch unter den Forschungen der Mineralogen die angeb-lichen wunderbaren Eigenschaften derselben verschwunden, so werden dochauch in unserer Zeit noch die Edelsteine als etwas besonders Werthvolleöund Kostbares betrachtet, und es läßt sich nicht ganz wegleugnen, daß sie,trotz der herrschenden Aufklärung, noch immer, namentlich auf das schönereGeschlecht, eine gewisse gchcimnißvollc Zauberkraft ausüben. Dies konnteman auch in der Ausstellung bemerken, wo der große Koh-i-noor , diePretiosen der Ostindischen Kompanie, die Schränke von Hunt undRoökell und Anderer, vor allen aber von Lein monier fortwährendeine außerordentliche und merkwürdige Anziehungskraft für das schaulustigePublikum zu besitzen schienen.

Unter den Edelsteinen nimmt der Diamant unstreitig den erstenRang ein. Seine Härte, sein Glanz, man könnte beinahe sagen, seinvon ihm ausgehendes Licht sind Eigenschaften, die sich in gleicher Voll-kommenheit bei keinem andern Edelsteine wiederfinden, und die ihn zu denbeliebtesten und kostbarsten derselben machen.

Bekanntlich ist der Diamant nur reiner krystallisirter Kohlenstoff undläßt sich bei Zutritt der Lust durch starke Hitze vollständig verbrennen. Erfindet sich in Thonerde und Trümmergestcin (lasc-illlo) eingesprengt undim Sande der Flüsse hauptsächlich in Ostindien, Brasilien und demUralgebirgc.

Der rohe Diamant muß geschliffen werden, obwohl er von Natureine krystallinische Form, gewöhnlich die achtscitige, hat. Auch sechs- undzwölfseitge und würfelförmige Diamanten finden sich vor. Man schleiftihn entweder als Rosette oder als Brillant. Erstere hat eine flacheGrundfläche, auf welcher sich zwei Reihen dreieckiger Facetten erheben.Der Brillant hingegen ist aus beiden Seiten gleichmäßig facettirt. Dieobere Seite, welche bei Steinen, die in Folie gefaßt find, allein sichtbar ist,heißt die Krone oder der Pavillon, die untere die Culotte.

Der Diamant ist gewöhnlich farblos, gleich einem Tropfen des rein-sten Wassers. Farbige kommen zwar bisweilen vor, sind aber immerselten und geben, wenn die Farbe rein und entschieden ist, dem Steineeinen weiteren Werth.