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XXIII. Klaffe. Arbeiten IN edlen Metallen.
fester daran haftet; letzteres geschieht gewöhnlicher, weil der Nester desMusters die Schönheit vermehrt.
Email wird in verschiedenen Weisen verwendet, dieselben lassen sichjedoch auf folgende drei Hauptgattungen zurückführen.
Die erste Gattung, aus dem Oriente stammend, die aber auch inEuropa besonders im Mittelalter ausgeübt wurde, ist der Glas-Mosaikgothischer Fenster nicht unähnlich. Sie zeichnet sich durch die metallnenRänder aus, durch welche die stets einfarbigen Emailmassen von einandergetrennt werden. Hierzu wird meist Kupfer verwendet; die Gegenstände sindgrößer als in anderen Arten und die Fleischpartiecn sind oft durch Metallausgedrückt. Als Beispiel dient die Ausstellung von Poussielgue undRusand.
Die zweite Gattung, welche in Italien im 16ten Jahrhundert ihreschönste Blüthe erreichte, ist mit Email überzogenes Relief. Den Grundbildeten Gold, Silber und Kupfer und die emailirten Theile sind eben sooft mit einfarbigen Tinten als mit völliger Malerei bedeckt. Morellund Weißhanpt haben darin die schönsten Arbeiten ausgestellt.
Die dritte und vollkommenste Gattung, wie wir sie bei den Genfer Arbeiten zu beurtbeilen haben, ist die vollständige Miniaturmalerei mitEmailfarben auf Gold und Kupfer — sie erlangte durch Petitot ihrevollkommenste Ausbildung lind wird jetzt in der Schweiz am bestenausgeübt.
Die vorstehend als erste aufgeführte Art der Emailirkunst theilt sichwieder in mehrere Klassen, je nachdem die Metallumrisse entweder auf denGrund aufgelegt oder aus dem soliden Metall durch Aushöhlung der mitEmail zu füllenden Flächen erhalten wurden. In beiden Fällen wurdedas Emailpulver, dessen Scbmelzbarkeit bei gleichem Hitzegrade man vor-her erprobt hatte, vermittelst Wasser zu einem dicken Brei angerührt, mit-telst eines kleinen Spatels an den ihm zukommenden Plätzen aufgetra-gen und Angeschmolzen. Da, wo sich die Masse durch das Schmelzenzusammengezogen hatte, so daß sie den Grund nicht vollständig bedeckte,wurde solche aufs Neue aufgetragen und zuletzt das Ganze geschliffenund polirt.
Die Gattung mit den aufgelegten Metallrändern wurde von denFranzösischen Arbeitern des Mittelalters eloissonne > später pligue undverunstaltet plite genannt. Sie stammt vom Orient und wird fast durch-gängig auf Gold verwendet.
Die andere mit ausgehöhlten Flächen nannte man ellamps leves,(ein Ausdruck, der die Berfahrungsart hinlänglich charakterisirt). Siewurde fast ausschließlich in Kupfer gearbeitet, ist dem Abendlande ganzeigen und hatte im Mittelalter in Limoges ihren Hauptsitz.
Eine dritte Unterabtheilung, von welcher jedoch kein Beispiel ausge-stellt war, ist die durchbrochne Metallarbeit mit durchsichtigem Email ge-füllt, so daß letztere eine Art künstlichen Edelstein bildet.